Mit 100 Jahren voll im Saft

Von Alexander Stallmann Veröffentlicht: Donnerstag, 2. Juli 2015, 00:00 Uhr
2. Juli bis 13. September, Saarbrücken, Congresshalle: Ausstellung „Körperwelten & Der Zyklus des Lebens“

Wie sieht die Lunge eines Rauchers aus? Welche Veranlagungen und Gewohnheiten haben Menschen, die uralt werden? Und welche Eigenheiten weisen die Gehirne von Jugendlichen auf? Vom 2. Juli bis zum 13. September ist in der Saarbrücker Congresshalle die Ausstellung „Körperwelten & Der Zyklus des Lebens“ zu sehen. Mehr als 200 Exponate, davon rund 20 Ganzkörperplastinate, zeigen dort die verschiedenen Stadien der körperlichen Existenz.

Laut Veranstalter ermöglicht die Ausstellung einen umfassenden Einblick in den Aufbau des menschlichen Körpers und seine Organe. Auch häufige Erkrankungen werden im Vergleich von gesunden und erkrankten Organen in leicht verständlicher Weise erläutert. Sie geben Aufschluss über die langfristigen Auswirkungen von Krankheiten und Suchtgewohnheiten wie Tabak- oder Alkoholkonsum oder etwa über die Mechanik künstlicher Knie- und Hüftgelenke. Bislang haben die Ausstellung nach Veranstalterangaben weltweit rund 40 Millionen Menschen gesehen. Allein in Deutschland hatte Körperwelten bisher über neun Millionen Besucher.

Das Verfahren, mit dem die Körper der Ausstellung präpariert werden, heißt Plastination . Es wurde 1977 von Gunther von Hagens an der Universität Heidelberg erfunden. Die Plastination ermöglicht es, den Verfall des toten Körpers zu stoppen und feste, geruchlose und dauerhaft haltbare anatomische Präparate herzustellen.

Es handelt sich bei der Ausstellung demnach um echte Körper und Körperteile, nicht um Nachbauten. Laut Veranstalter dauert es ungefähr 1 500 Arbeitsstunden, ein menschliches Ganzkörperplastinat herzustellen. Für die Kuratorin Dr. Angelina Whalley ist der Zyklus des Lebens der bisher faszinierendste Themenschwerpunkt der Körperwelten-Ausstellungen. Sie sagt: „Wer heute 50 wird, hat in der Regel noch mehr als die Hälfte seines Erwachsenen-Lebens vor sich. Daher stellt sich immer dringender die Frage, wie man eigentlich, über das Durchschnittsalter früherer Generationen hinaus, eine hohe Lebensqualität erzielt.“ Die Ausstellung widme sich dementsprechend auch dem Phänomen der Menschen, die uralt werden und auch mit hundert und mehr Jahren voller Kraft und Energie ein selbständiges und erfülltes Leben führen. Whalley erklärt: „Je mehr wir über uns selbst wissen, umso besser können wir dafür sorgen, jetzt und auch später fit und aktiv zu sein.“

Ein weiterer Themenschwerpunkt sei die Jugend. Dabei werde auf das sich entwickelnde Gehirn der Heranwachsenden eingegangen, das den typisch jugendlichen Hang zu Risiko und Originalität und dessen Einfluss auf Kunst, Musik, Mode und Technik zeigt.

Die Veranstalter weisen darauf hin, dass es für Kinder und Jugendliche in Begleitung von Erziehungsberechtigten keine Alterbeschränkung für die Körperwelten gibt. Eltern und Lehrer sollten eigenmächtig entscheiden, ob die entsprechenden Kinder und Jugendliche ausreichend vorbereitet sind, um die Ausstellung zu besuchen. Informationsmaterial stehe auf der Webseite der Ausstellung zur Verfügung und könne auch kostenfrei bestellt werden.

 

Zum Thema:

Die Ausstellung Körperwelten & Der Zyklus des Lebens ist vom 2. Juli bis zum 13. September in der Congresshalle in Saarbrücken zu sehen. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag, 9 bis 19 Uhr, und Samstag und Sonntag von 10 bis 19 Uhr. Tickets gibt's an der Tageskasse der Ausstellung und unter: www.ticket-regional.de Tel. (06 81) 88 17 99 99

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