Der Kult um die Totenköpfe

Von Alexander Stallmann Veröffentlicht: Samstag, 25. Juli 2015, 14:55 Uhr
25. Juli bis 3. April 2016, Weltkulturerbe Völklinger Hütte – Die neue Ausstellung: „Schädel – Ikone. Mythos. Kult“

Für viele symbolisieren sie schlicht die Sterblichkeit des Menschen. Doch bei verschiedenen Völkern werden sie auch verehrt und verziert – die Schädel. Ab Samstag, 25. Juli, ist im Weltkulturerbe Völklinger Hütte die Ausstellung „Schädel – Ikone. Mythos. Kult “ zu sehen. Sie umfasst nach Veranstalterangaben 250 Schädel und Köpfe aus allen Kulturkreisen von der Steinzeit und der Zeit des Alten Ägypten bis hin zur Gegenwart. Die Ausstellung in der Gebläsehalle der Völklinger Hütte möchte einen umfassenden Überblick zur besonderen Bedeutung von Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte des Menschen bieten.

Sie erzählt die Geschichten von Kopfjägern, von Voodoo-Zauber und der Verehrung von Schädelreliquien. Die Exponate stammen laut Veranstalter von fast 30 internationalen Leihgebern. Zahlreiche Ausstellungsstücke werden im Weltkulturerbe Völklinger Hütte zum ersten Mal gezeigt. Ein zentraler Punkt ist der Aspekt der Vergänglichkeit des menschlichen Körpers. Die Ausstellung sei auch eine Auseinandersetzung mit dem Tod, so der Veranstalter. Zudem spannt die Schau einen Bogen zur Verwendung des Schädel-Motivs in der heutigen Pop- und Graffiti-Kultur.

Zu den spektakulärsten Exponaten zählen laut Veranstalter der Kristallschädel, um den sich seit jeher zahlreiche Mythen ranken. Auch ein Miniaturschädel aus dem Saarland ist dabei, den womöglich Leonardo da Vinci angefertigt hat.

„Der Kopf als Sitz des Gehirns steht in der Kulturgeschichte des Menschen oft stellvertretend für den ganzen Menschen“, erklärt Meinrad Maria Grewenig , Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. In der Gebläsehalle treffen die Schädel als Ursprung des Denkens auf die bedeutendsten Erzeugnisse menschlicher Intelligenz: die Maschinen. Die Völklinger Hütte als Ausstellungsort ist deshalb nicht rein zufällig.„Schädel aus mehreren Jahrtausenden Menschheitsgeschichte treten in Dialog mit den weltweit einmaligen Gebläsemaschinen des Unesco-Weltkulturerbes Völklinger Hütte“, so Grewenig.

Allerdings gibt es noch eine andere Verbindung zwischen den Knochen und dem Eisenwerk. Die Schädel-Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt mit den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim. Die Kultur-Institution konnte 1917 die Schädelsammlung des Künstlers Gabriel von Max erwerben, die damals größte ihrer Art. Der Geldgeber hinter diesem Kauf war August Röchling, einem Mitglied der Familie Röchling. Sie betrieben den Vorläufer der Völklinger Hütte – die „Röchling'schen Eisen- und Stahlwerke“.





Tel. (0 68 98) 9 10 01 00 www.voelklinger-huette.de

 

Zum Thema:

Die Ausstellung „Schädel – Ikone. Mythos. Kult .“ wird im Weltkulturerbe Völklinger Hütte vom 25. Juli 2015 bis zum 3. April 2016 gezeigt. Die Öffnungszeiten sind bis zum 1. November täglich von 10 bis 19 Uhr, ab dann täglich von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 15 Euro. Für Jugendliche bis 18 Jahre, Studenten und Auszubildende bis 27 Jahre ist der Eintritt frei.

Kommentieren Sie diesen Beitrag über Facebook, Twitter oder Google+:

FACEBOOK
GOOGLE+
TWITTER




Anzeige




Info Linktipps
Anzeige
Anzeige