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1. FC Saarbrücken: Luginger wird neuer Trainer

Der Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken hat gestern eine neue sportliche Führung präsentiert: Trainer Dieter Ferner stellt sein Amt zur Verfügung. Er wird Sportdirektor. Neuer Cheftrainer wird Jürgen Luginger.

Saarbrücken. Dieter Ferner steht auf der Tartanbahn im Ludwigspark-Stadion. Am vergangenen Samstag haben 5800 Zuschauer den „Park“ bei der Meisterfeier des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken in ein Tollhaus verwandelt. Sie tanzten nach dem 1:1 gegen den 1. FC Köln II im letzten Saisonheimspiel auf dem Rasen.

Aufstieg zwingt Ferner aufzuhören
Jetzt steht Ferner im menschenleeren Stadion. Allein. Der Erfolgstrainer hat gerade mehr oder minder freiwillig seinen Rückzug verkündet. Er macht den FCS zwei Mal in Folge zum Meister, führt ihn in die Dritte Liga – und ist dadurch sozusagen gezwungen aufzuhören.

Nachfolger wird nicht, wie von FCS-Seite angedacht, Co-Trainer Andreas Fellhauer. Cheftrainer wird Jürgen Luginger, ausgestattet mit einem Zweijahresvertrag.

„Die Umstände sind ungewöhnlich“, sagt Luginger, der am Sonntagabend kontaktiert wird, am Dienstag mit Ferner , Präsident Horst Hinschberger, Vize-Präsident Harald Ebertz und Aufsichtsratschef Reinhard Klimmt spricht, abends seine Zusage gibt und am Mittwoch den Vertrag unterschreibt. Ungewöhnlich, weil ein Erfolgstrainer zum Wohle des Vereins zurücktritt.

Knackpunkt Lehrerlizenz
„Der Aufstieg zwang uns, unser Trainerkonzept zu überdenken“, sagt Hinschberger: „In der Dritten Liga ist für die Trainer die Fußball-Lehrerlizenz vorgeschrieben.“ Ferner , 61 Jahre alt, hätte die Schulbank drücken müssen – und im Training gefehlt. Den Plan, Co-Trainer Fellhauer auf die Schulbank zu schicken und Ferner als Sportdirektor die Mannschaft trainieren zu lassen, verwarf der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf Grund neuer Statuten am Freitagmorgen.

„Da stand für mich fest, dass ich aufhöre“, erzählt Ferner . „Er verzichtete auf das Traineramt, machte den Weg frei“, erklärt Hinschberger: „Wir wären für ihn in einen Rechtsstreit mit dem DFB gegangen. Er sagte, dass dies zu lange dauern würde, drängte darauf, keine Rücksicht auf ihn zu nehmen, den Weg mit einem neuen Trainer zu gehen. Eine große Geste, die mich sehr berührt.“

Klimmt, der Präsident war, als Verteidiger Luginger in der Saison 1997/1998 beim FCS spielte, erklärt: „Wir mussten im Einklang mit Dieter einen neuen Trainer holen, obwohl man sich keine bessere Situation im Club als mit ihm als Trainer hätte ausdenken können. Das war nicht leicht für uns. Aber wir hätten keine Entscheidung getroffen, mit der er nicht einverstanden gewesen wäre.“

Mit Luginger ist Noch-Trainer Ferner einverstanden. Der baldige Sportdirektor erklärt: „Ich werde mich ganz vom Trainingsbetrieb und der Mannschaft zurückziehen, kein ,Neben-Trainer' sein, mich auf Arbeit neben dem Platz konzentrieren.“ Und er ergänzt: „Beim FCS wurde vor mir Fußball gespielt. Und es wird auch nach mir Fußball gespielt werden.“ „Ich werde mich ganz vom Trainingsbetrieb und der Mannschaft zurückziehen.“

Zur Person
Jürgen Luginger ist 42 Jahre alt. Der in Ergolding in Niederbayern geborene Fußball-Lehrer bestritt als Aktiver für 1860 München, Bayer Leverkusen, Fortuna Düsseldorf, Schalke 04, Hannover 96, Waldhof Mannheim, Rot-Weiß Oberhausen und KFC Uerdingen zwischen 1984 und 2004 insgesamt 84 Spiele in der Ersten und 370 in der Zweiten Liga. In der Saison 1997/98 spielte er für den 1. FC Saarbrücken.

2004 war Rot-Weiß Oberhausen (RWO) erste Trainerstation des Familienvaters. In der Saison 2006/2007 trainierte er den KFC Uerdingen. 2007 wurde er sportlicher Leiter bei RWO, 2008 wieder Trainer. Am 1. Februar 2010 hörte er nach neun Spielen ohne Sieg auf. Beim FCS hat Luginger einen bis 2012 geltenden Vertrag unterzeichnet. cor


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