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1. FCS - Schalke: Wiedersehen mit alten Freunden

Saarbrücken. 1. FC Saarbrücken gegen FC Schalke 04 – da war doch mal was? „Ich erinnere mich daran, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben und die Schalker lange geärgert haben“, erinnert sich FCS-Vizepräsident Harald Ebertz an das Aufeinandertreffen der beiden Gründungsmitglieder der Fußball-Bundesliga im DFB-Pokal. Das war am 9. August 1999. Ebertz stand im Saarbrücker Tor und konnte den 1:0-Siegtreffer des dänischen Nationalstürmers Ebbe Sand auf Vorlage von Olaf Thon nicht verhindern. Schalke-Trainer war damals wie heute Huub Stevens, beim FCS saß Klaus Toppmöller auf der Bank. Am Sonntag, 16 Uhr, trifft der FCS zur ersten Hauptrunde im DFB-Pokal erneut auf die Königsblauen. Und Ebertz ist dann nicht der einzige mit Schalke-Erinnerungen.

„Ich hatte die Wahl zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04“, erzählt der 1999 sechsjährige Ufuk Özbek, „ich bin auf Schalke gegangen“. Der Junge aus Castorp-Rauxel durchlief die „Knappenschmiede“ – so nennen die Schalker ihre Jugendabteilung – mit heute prominenten Spielern wie Joel Matip und Nationalspieler Julian Draxler. „Das sind alles ganz tolle Jungs“, sagt der Saarbrücker Özbek über seine Kameraden aus der Zeit zwischen 2003 und 2010, „mit Joel war ich auf dem Schalker Tages-Internat. In der Westfalen-Auswahl habe ich später mit Mario Götze zusammen gespielt.“ Die Partie am Sonntag ist für den 19-Jährigen natürlich ein Höhepunkt: „Ich will mir nicht zu viel Druck machen. Ich freue mich auf das Wiedersehen und hoffe, dass der Trainer mich spielen lässt.“

Lugingers Erinnerungen

Sein Trainer heißt Jürgen Luginger und hat selbst eine Schalke-Vergangenheit. Von 1988 bis 1994 trug der Verteidiger königsblau. „Der Höhepunkt war sicher der Bundesliga-Aufstieg 1991. Damals hatten wir in der 2. Liga im Schnitt 50?000 Zuschauer“, erinnert sich Luginger: „Günter Eichberg war Präsident und Charly Neumann Mannschaftsverantwortlicher. Die wollten nur das Beste für Schalke, haben aber sicher nicht alles so richtig gemacht.“ Schalke war damals ein Skandal-Club. „Da war nie Ruhe, alles war weniger strukturiert und professionell“, sagt der FCS-Trainer, der sich mit einem Traumtor gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund für die 04-Fans unvergesslich gemacht hat. 5:2 schlug Aufsteiger Schalke am 24. August 1991 den BVB, Luginger zimmerte Dortmunds Schlussmann Teddy de Beer das 3:1 unter die Querlatte. „Wenn du einmal auf Schalke gespielt hast, bleibst du irgendwie an dem Verein kleben“, gesteht der Ex-Schalker: „Wenn ich Zeit habe, spiele ich heute noch gerne in der Schalker Traditionsmannschaft.“

Die Tradition ist sowohl auf Schalke als auch beim FCS-Trainer wichtiger Identifikationsfaktor. Der Fußball und das Drumherum haben sich aber weiterentwickelt. „Natürlich waren wir als Spieler damals bekannt“, erinnert sich Luginger: „Aber wir konnten uns doch viel freier bewegen. Die Medienlandschaft hat sich dramatisch geändert, heute hat jeder ein Fotohandy.“

Fotografische Erinnerungen hat Saarbrückens Mittelfeldspieler Christian Eggert, der wie Özbek die Knappenschmiede durchlaufen hat. „Im Bus, mit dem wir zum Training abgeholt worden sind, saß immer auch Benedikt Höwedes (Anm. d. Red.: heute Nationalspieler und Schalker Kapitän)“, meint Eggert, der später zur zweiten Mannschaft des gelb-schwarzen „Erzfeinds“ wechselte: „Schalke ist natürlich geil. In Dortmund hatte ich aber das Gefühl, dass die zweite Mannschaft eine höhere Wertschätzung erfährt.“ Gegen Ex-Club und Rivalen zugleich zu spielen, ist für Eggert besonders motivierend. Gleiches gilt für BVB-Fan Lukas Kohler. Neuzugang und Schalke-Fan Markus Hayer durfte sogar schon gegen seinen Lieblings-Club im Pokal spielen. Mit Germania Windeck gab es 2009 ein 0:4 – und kein Erinnerungsstück. „Beim Trikottausch bin ich leider leer ausgegangen“, sagt Hayer.

Vize-Präsident Harald Ebertz wünscht sich, dass die FCS-Spieler mehr als gute Gefühle und ein getauschtes Trikot mitnehmen: „Es ist schön, sich an ein gutes Spiel gegen Schalke zu erinnern. Aber ich glaube, es ist richtig geil, von einem Sieg über einen Champions-League-Teilnehmer erzählen zu können.“

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