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1. FCS verliert 1:3 gegen Erfurt - randalierende Fans

3. Liga: 1. FCS verliert gegen Erfurt zu Hause 1:3 und vergibt dabei beste Möglichkeiten

3. Liga: 1. FCS verliert gegen Erfurt zu Hause 1:3 und vergibt dabei beste Möglichkeiten





Saarbrücken-St. Johann. Nach der 1:3-Niederlage des 1. FC Saarbrücken gegen Rot-Weiß Erfurt haben sogenannte Saarbrücker „Fans“ am Samstag über Stunden Polizei- Einsätze in der Innenstadt ausgelöst.

Ein Sprecher der Polizei in der Karcherstraße fasste gestern Mittag das Geschehen so zusammen: Gegen 18.26 Uhr ziehen die 30 Personen durch die City. Sie steuern die Europa-Galerie an, bahnen sich grölend ihren Weg durch die neuen Einkaufsstraßen und sind offenbar auf Stunk aus. Denn als ihnen der Sicherheitsdienst der Galerie Hausverbot erteilt, fordern Mitglieder der „Fan“-Gruppe Wachleute zum Zweikampf auf.

Mit Verstärkung drängen die Sicherheitsleute die Eindringlinge hinaus. Die scharen sich nun um eine Kneipe in der Reichsstraße und beleidigen Polizisten, die dem Knatsch ein Ende machen wollen. Kaum sind die Polizisten weg, kommt der nächste Notruf. Aus der Gruppe seien Flaschen auf Passanten geworfen worden, heißt es. Als die Polizei wieder da ist, gibt sich – offenbar aus Angst – niemand als Zeuge zu erkennen.

Nun versucht eine Gruppe von Frauen, die gerade einen Junggesellinnenabschied feiert, die Störenfriede zu besänftigen. Ohne dauerhaften Erfolg: Gegen 21.30 Uhr rücken die Ordnungshüter ein weiteres Mal an.

Diesmal sind sechs Mitglieder des Pulks aneinandergeraten. Es gibt einen Biss, eine Fuchtelei mit einem Messer, Beleidigungen Richtung Polizei, eine vorläufige Festnahme – und noch immer keine Ruhe. Um 21.50 Uhr und damit etwa dreieinhalb Stunden nach dem Beginn der Störaktionen rücken noch einmal Beamte an. A
uslöser diesmal: Von den 30 „Fans“, mit denen alles begonnen hat, sind zwei übrig geblieben, die sich weiterbeharken. Die beiden bekommen einen Platzverweis und müssen sich nach dieser „roten Karte“ endgültig trollen. ole





So war's: Das Spiel 1. FCS gegen Erfurt


Saarbrücken. Freundlich formuliert, hat Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken nach sieben Spielen ohne Niederlage (zwei Siege, fünf Unentschieden) am vergangenen Samstag zuhause gegen RW Erfurt mit 1:3 (0:2) erstmals wieder verloren. Mehr nicht. Negativer beschrieben, war es das sechste Spiel in Folge ohne Sieg für die Blau-Schwarzen. „Ich habe die ganze Zeit gesagt, dass unsere Situation brisant ist“, schimpfte FCS-Kapitän Markus Mann, „wir dürfen uns da nicht in die eigene Tasche lügen. Es müssen einige einmal aufwachen“, sagte er und verschwand in der Kabine.

Erfurt: Gerade mal drei Zähler in fremden Stadien

Hellwach hingegen war Gegner Erfurt, der auswärts bislang einfach nur ein gern gesehener Punktelieferant war. Erfurt holte bis Samstag gerade mal drei Zähler in fremden Stadien, war die schwächste Auswärtsmannschaft der Liga. Das war bereits nach 51 Sekunden Geschichte. Da hatte Marcel Reichwein zuerst Mann, dann Marc Lerandy aussteigen lassen. Manuel Zeitz kam zu spät und Reichwein schoss ein – 1:0 für Erfurt.

Der FCS zeigte sich zwar wenig geschockt, schockte aber dann mit dem Offenbaren einer Schwäche einmal mehr sehr: Mit der Chancenverwertung. Velimir Grgic scheiterte vor 5000 Zuschauern zunächst an sich selbst (5. Minute), dann an der Torlatte (13.). Auch Stephan Sieger traf den Querbalken (35.), zuvor reagierte RWE-Torwart Dirk Orlishausen bei einem 25-Meter-Schuss des Mittelfeldspielers glänzend. „Wir hatten 100-prozentige, nein, 1000-prozentige Chancen. Da müssen sich einige Führungsspieler mal hinterfragen“, ärgerte sich FCS-Trainer Jürgen Luginger (Foto: Hartung) über die ungenügende Chancenverwertung.

Eine Seuche, die den FCS befallen hat und deren erstes Opfer Nico Zimmermann wurde. Der Mittelfeldmann musste nach 38 Minuten zum Duschen. Er wollte dazu nichts sagen, sein Trainer schon: „Ich erwarte einfach mehr von Zimbo. Was wir aus Standardsituationen rausbekommen, ist einfach zu wenig.“

Verunsicherung der FCS-Offensive

Als Zimbo ging, hatte Erfurt die dritte Chance zum zweiten Treffer genutzt. Tino Semmer vollendete einen Konter, an dem auch der Ex-Saarbrücker Olivier Caillas beteiligt war, zum 2:0-Pausenstand. Semmer war es auch, der mit dem 3:0 (63.) für die Entscheidung sorgte. Bezeichnend für die Verunsicherung der FCS-Offensive war eine Szene in der 72. Minute: Der eingewechselte Giuseppe Pisano hatte Grgic eingesetzt. Der war schon an Orlishausen vorbei, hätte selbst einschießen müssen – oder nach rechts auf Manuel Stiefler passen können. Stattdessen spielte er Pisano an, der im Abseits stand. „So grausam ist Fußball manchmal“, sagte Pisano, „wir rennen an, machen Druck, erarbeiten Chancen und bekommen keinen rein. Mario Gomez dreht sich bei Bayern weg, wird angeschossen und trifft“. Auch Pisano traf, zum ersten Mal in dieser Saison. Fünf Minuten vor Schluss köpfte er eine Grgic-Flanke ins Netz. Nach 12:4 Chancen hat der FCS mit 1:3 Toren verloren. „Wir müssen den Jungs Selbstvertrauen geben“, sagte Luginger, „wir haben ja auch keine anderen hintendran“. Fest steht: Der Ruf nach Verstärkungen im Sturm wird lauter.

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