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10 000 Menschen in Deutschland warten auf Spenderorgan

„Eine Organspende bedeutet neues Leben schenken“ – mit diesen Worten eröffnete Professor Wolf-Ingo Steudel, ärztlicher Direktor der Universitätsklinik (UKS) Homburg, am Freitag die Veranstaltung „Organspende und Transplantation“ am UKS. Das sensible Thema wurde von allen Seiten beleuchtet: emotional, aber auch aus medizinischer Sicht.

Derzeit warten über 10 000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan, während die Spendenbereitschaft 2013 auf den niedrigsten Wert seit Inkrafttreten des Transplantationsgesetzes 1997 gefallen ist. Schuld daran ist nicht nur mangelnde Aufklärung, sondern auch das verlorene Vertrauen durch den größten Organspende-Skandal in der Geschichte der Bundesrepublik. In mehreren Transplantationszentren sollen Mediziner Krankenakten gefälscht haben, um Wartelisten zu manipulieren. „Jeder Mensch, der sich zu einer Organspende bereit erklärt, muss sich darauf verlassen können, dass Regeln eingehalten werden und es nicht zu Manipulationen kommt“, betonte Gesundheitsminister Andreas Storm am Freitag. Durch Neuregelungen und Ergänzungen zum Transplantationsgesetz versucht die Politik dem Missbrauch entgegenzuwirken.

Besonders hart trifft der Betrug die Patienten, die seit Jahren auf ein Spenderorgan warten. „Ich war geschockt, dass es Ärzte gibt, die sich auf so etwas einlassen“, sagt Heike Lörch. Sie wartet seit zehn Jahren auf ein Lungentransplantat. Simone Simon hatte Glück. Seit 2008 lebt sie mit einer neuen Niere, auch sie wartete über zehn Jahre darauf. Erst durch die Spenderniere konnte sie sich auch ihren Kinderwunsch erfüllen. Dass mit einer Organspende viele Schicksale verbunden sind, zeigt auch der Fall von Lucas Müller. Der junge Mann starb 2012 bei einem Autounfall. Mit seiner Organspende konnten vier Menschenleben gerettet werden. Auch seine Mutter bereut die Entscheidung nicht, obwohl die Situation für die Familie sehr schwierig war. „Mit der Organspende half Lucas über seinen frühen Tod hinaus“, sagt sie.

Das Für und Wider einer Organspende ist eine individuelle Entscheidung, die jeder rechtzeitig treffen sollte, schon alleine, um nicht die Familie damit zu belasten. „Der im Voraus verfügte Wille ist wichtig und erspart Angehörigen viel Kummer“, sagt Professor Wolfram Henn, stellvertretender Vorsitzender der zentralen Ethikkommission. Er erklärte, wie Patientenverfügung und Organspende miteinander vereinbar sind. „Der Wunsch nach Therapiebegrenzung und die Bereitschaft zur Organspende ergänzen sich und sind beides Ausdruck des autonomen Patientenwillens“, so Henn. Wichtig sei, den Organspendeausweis immer mitzuführen, die Patientenverfügung am besten beim Hausarzt zu hinterlegen und mit den Angehörigen über alles zu sprechen.
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