Saarland, Bildstock, Spieser Straße, Vollsperrung wegen eines Verkehrsunfalls (13:09)

Priorität: Dringend

24°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
24°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

10.000 Saarländer sollen 20 Jahre zum Arzt

Saarbrücken. Initiativbewerbungen sind bei der neuen nationalen Gesundheitsstudie ausgeschlossen. Mit einer Ausnahme: Die Forschungsverbünde, die jetzt den Zuschlag für die groß angelegte Untersuchungsreihe erhalten haben, durften sich bewerben. Erfolg hatte damit auch ein Zusammenschluss aus Baden-Württenberg und dem Saarland. 10.000 Saarländer sollen an der Studie teilnehmen, wie Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP) gestern vor Journalisten sagte.

Teilnehmer werden zufällig ausgewählt
Ermittelt werden die Teilnehmer durch eine Zufallsstichprobe. In einem Anschreiben sollen sie gefragt werden, ob sie sich beteiligen möchten. Weisweiler nannte die Teilnahme „eine einzigartige Chance“, die medizinische Forschung im Land weiter voranzubringen.

Professor Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg betreut die Studie. Er erläuterte, dass das Jahr 2011 noch von Vorbereitungen geprägt sein werde, 2012 soll die auf 20 Jahre angelegte Studie starten. Erforscht werden dann häufige chronische Erkrankungen wie Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauf- oder Demenzerkrankungen. Brenner rechnet damit, dass etwa zehn Millionen Euro ins Saarland fließen, um die Studie zu ermöglichen. Finanziert wird die bundesweit für 200.000 Menschen angelegte Studie vom Bundesforschungsministerium, sagte Weisweiler.

Bundesweite Studie
Den im Vergleich zur Gesamtbevölkerung hohen Anteil von saarländischen Teilnehmern erklärte Weisweiler unter anderem mit der „Bodenständigkeit“ der Saarländer, die seltener den Wohnort wechseln.  Zudem liegt, das ist lange schon bekannt, die Lebenserwartung im Saarland unter dem Bundesdurchschnitt.

Der Minister und der Professor stellten beide einem Zusammenhang zur im Jahr 2000 gestarteten Esther-Studie her. Damals sei Pionierarbeit geleistet worden, so Weisweiler. Bei dieser Untersuchung seien bis 2002 ebenfalls fast 10.000 Saarländer im Alter von 50 bis 74 Jahren auf chronische Krankheiten untersucht worden. Weisweiler hob die hohe Teilnehmerquote bei Nachuntersuchungen hervor, die selbst nach fünf Jahren noch bei 90 Prozent gelegen habe.

Dass die Saarländer demnächst an der neuen bundesweiten Studie einen Anteil von fünf Prozent einnehmen, ist möglicherweise auch diesem Engagement geschuldet. Professor Brenner nannte Esther eine „gute landesweite Studie“.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein