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1040 Hundebisse in zehn Jahren

Hunde beißen immer mal wieder zu. Seit 1. Juli 2004 dokumentiert das Innenministerium Vorfälle mit Vierbeinern im Saarland in einer Beißstatistik. „Örtliche Auffälligkeiten wurden bisher nicht festgestellt“, erklärt Sebastian Schorr, Referent des Innenministers Klaus Bouillon ( CDU ). Denn die Erhebung orientiert sich an Rassen , nicht an Orten.

Die Beißstatistik hat von Juli 2004 bis Dezember 2013 insgesamt 1040 Bisse erfasst, bei denen Menschen oder Tiere entweder verletzt oder getötet wurden. Die Zahl stieg von 2005 bis 2007 an, weil viele Fälle der Vollzugspolizei und nicht der zuständigen Ortspolizeibehörde gemeldet wurden, sagt Schorr. In den folgenden Jahren pendelten sich die Zahlen ein. Von den 1040 Bissen gingen 73 von sogenannten Listenhunden aus, die umgangssprachlich „Kampfhunde“ genannt werden. Zu den als gefährlich eingestuften Hunden gehören im Saarland der American Staffordshire-Terrier, der Staffordshire-Bullterrier und der American Pit-Bull-Terrier.

Bei den als ungefährlich eingestuften Rassen beißen Schäferhunde (insgesamt 235 Bisse) und Mischlinge (266) am häufigsten zu. Selbst ein Bernhardiner, dessen Wesen als sanftmütig gilt, hat in den vergangen zehn Jahren einen Menschen leicht verletzt, auch ein Dackel und ein Pudel bissen zu. „Die Anzahl der Bisse von Schäferhunden und Mischlingen liegt höher, weil diese Rassen am häufigsten gehalten werden“, sagt Ursula Regitz, Vorsitzende des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH) Saar. Die Statistik helfe nicht, Bisse zu vermeiden, findet sie. Es lasse sich nicht pauschal sagen, dass eine Rasse mehr oder weniger beißt. Denn ein Hund reagiere auf äußere Einflüsse, zum Beispiel, wenn sich ein Mensch falsch verhält. „Das liegt vor allem an fehlender oder falscher Kommunikation“, sagt Regitz. „Wenn ein Hund artgerecht gehalten und erzogen wird, wird er nie auffällig“, sagt Regitz.

In der Vergangenheit haben Hunde im Saarland teils mit tödlichem Ausgang zugebissen. In den erfassten Jahren kamen vier Menschen ums Leben. Einer starb durch einen Schäferhund , einer durch einen Dobermann und zwei durch Berger de Beauces. „Sofern auf Grund der Statistiken festgestellt wird, dass eine Hunderasse besonders auffällig ist, kann im Rahmen der Evaluierung der bestehenden Gesetze und Verordnungen die Rasse als gefährlich eingestuft werden“, erklärt Schorr. Informationen liefert die Polizeiverordnung (PVO) über den Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden im Saarland. Demnach erweist sich ein gefährlicher Hund als bissig, hat „in aggressiver und gefahrdrohender Weise“ Menschen oder Tiere angesprungen oder wurde auf Angriffslust gezüchtet und ausgebildet. Bissig ist ein Hund, wenn er einen Menschen gebissen hat, „ohne dazu durch Schläge oder ähnliches provoziert worden zu sein, oder er ein Tier durch Biss geschädigt hat, ohne von diesem selbst angegriffen worden zu sein“.

Wer einen als gefährlich eingestuften Hund halten will, benötigt gemäß der PVO eine Erlaubnis der zuständigen Behörde. Dafür muss der Antragsteller sachkundig, volljährig und zuverlässig sein, geeignete Räumlichkeiten besitzen und eine Haftpflichtversicherung für den Hund abschließen. Zudem gelten Auflagen wie die Leinenplicht, ein Maulkorb, ein eingezäuntes Grundstück und ein Schild, das vor einem gefährlichen Hund warnt.

Ursula Regitz sieht Handlungsbedarf an einer ganz anderen Stelle. „Das größte Problem ist der Welpenhandel“, sagt sie. Viele Menschen holten Hunde aus schlechten Aufzuchtstationen und erzögen sie falsch. Meist seien die Halter auf sich alleine gestellt. Wird der Hund lästig, landet er im Tierheim. „Da ist der Gesetzgeber gefragt“, sagt Regitz und fordert ein Haustierzuchtgesetz.
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