Saarland / Luxemburg: Landesgrenze BAB 8 (D) / A 13 (Lux.), Tunnel Markusbierg in Luxemburg ist wegen Feuerübung bis zum Ende des 21.10.17 gesperrt, Verkehr wird an der AS Schengen abgeleitet. (20.10.2017, 23:07)

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110 000 Saarländer bekommen bald neue Chefs

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger ( SPD ) setzt in einer heiklen Frage auf Vernunft. Was tun, wenn der Firmenpatriarch im hohen Alter nicht gehen und sein Werk nicht einem Nachfolger überlassen will? „Nicht schlimm“, meint Rehlinger. Es schade nichts, einen fließenden Übergang vorzunehmen, in dem der „Alte“ noch zeitweilig vor Ort im Betrieb ist und mit einem Nachfolger eng kooperiert. Doch das klappt oft nicht. Rehlinger sieht jedoch gerade im Saarland dringenden Handlungsbedarf, die Unternehmensnachfolge rechtzeitig und mit einem sauberen Übergang zu klären. Nach jüngsten Untersuchungen der Ratingagentur Creditreform Saarbrücken „sollte sich der Unternehmer spätestens ab dem 55. Lebensjahr mit der Unternehmensnachfolge befassen“, sagt Carsten Uthoff, Geschäftsführer der Creditreform Saarbrücken.

Das schütze auch vor unliebsamen Überraschungen, etwa durch Scheidungen, Streitigkeiten in der Inhaberfamilie, plötzliche Erkrankungen oder gar einen Todesfall. Hinzu kämen rechtliche, wirtschaftliche und psychologische Gesichtspunkte. Experten veranschlagten daher für den gesamten Prozess der Unternehmensübergabe einen Zeitraum zwischen einem und fünf Jahren. Diese Zeit bleibt oft nicht. An der Saar rechnet Rehlinger auf der Basis der Untersuchungen von Creditreform mit 1260 Unternehmen, die schon in den kommenden fünf Jahren jährlich zur Übernahme anstehen. Davon seien rund 110 000 Arbeitnehmer in 6300 Betrieben betroffen, in denen die Geschäftsführung schon über 60 Jahre alt ist. Weitere 1555 Unternehmen haben einen Geschäftsführer im Alter von 59 bis 60 Jahren.

„Der hohe Altersschnitt zeigt, dass die Regelung der Nachfolge in einem Unternehmen schon jetzt eine ebenso große Herausforderung darstellt wie eine Gründung“, sagt die Ministerin. Mit Hilfe der Saarland Offensive für Gründer (SOG) würden deshalb in den kommenden Monaten Qualifizierungsangebote verstärkt, die Interessenten in die Lage versetzen, einen Betrieb zu übernehmen. Der SOG gehören neben dem Wirtschaftsministerium zahlreiche Förder-Partner an, darunter Kammern und Banken. Schwierig werde die Nachfolgeregelung besonders in kleinen Betrieben mit bis zu neun Beschäftigten. Hier könne es in einigen Fällen auch zur Unternehmensaufgabe kommen, schätzt Creditreform.
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