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12 Millionen Euro: Merziger Psychiatrie bekommt Neubau

Die Forensik in Merzig ist bislang mit Stacheldraht und Überwachung durch Video-Kameras gesichtert.

Die Forensik in Merzig ist bislang mit Stacheldraht und Überwachung durch Video-Kameras gesichtert.

„Von außen soll es nicht wie ein Gefängnis aussehen“, sagen die Ludwigshafener Architekten Hubertus Sander und Martin Rieger zu ihrem Entwurf für einen Ersatzneubau der Klinik für forensische Psychiatrie in Merzig. Auf Gitter werde weitgehend verzichtet, Sicherheit werde durch andere architektonische Gestaltungselemente gewährleistet.

60 schuldunfähige Straftäter, die von Gerichten eingewiesen werden, sollen voraussichtlich im Jahr 2017 auf den drei Stationen des Neubaus einziehen. Die vorläufige Planung geht von zwölf Millionen Euro Kosten aus, sagte Justizstaatssekretärin Anke Morsch (SPD) gestern bei der Vorstellung der ersten Pläne. Diese Summe sei in der mittelfristigen Finanzplanung des Landes berücksichtigt. Die exakte Kostenermittlung ist aber noch nicht abgeschlossen. Voraussichtlich im September sollen, so die Architekten, „belastbare Kalkulationen“ vorliegen.

Der Neubau, mit dem im vierten Quartal 2014 begonnen werden soll, wurde notwendig, weil die Sanierung von drei älteren Gebäuden der Forensik als unwirtschaftlich eingestuft wurde. Zwei der maroden Häuser, von denen eines bereits leer steht, sollen nach Inbetriebnahme des neuen Gebäudes abgerissen werden. Das dritte Haus wird möglicherweise verkauft.

Der Neubau wird, so die aktuellen Planungen, aus dem Stationsgebäude und einem vorgelagerten Pforten- und Schleusenbereich bestehen.

An diesen zentralen und speziell überwachten Zugang wird dann auch der derzeitige Hochsicherheitstrakt, in dem jetzt 71 als gefährlich eingestufte Patienten untergebracht sind, angebunden. Zudem sind separate Sprech- und Besucherräume in diesem Sektor vorgesehen. Drei hoch gesicherte Stationen werden – so der momentane Planungsstand – in dem Erweiterungsbau eingerichtet. Im Tiefgeschoss ist eine Mehrzweckhalle vorgesehen. Der viergeschossige Neubau mit besonderen Überwachungseinrichtungen wird von zwei Sicherheitszäunen umgeben.
In der Merziger Forensik (207 Mitarbeiter), deren Träger das Justizministerium ist, sind aktuell 151 Patienten untergebracht. Deren Krankheitsbilder reichen von Psychosen über Störungen der sexuellen Orientierung, Persönlichkeitsstörungen, Intelligenzminderungen, hirnorganischen Auffälligkeiten bis zu Suchterkrankungen. mju

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