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12 Millionen Euro für die neue Josefskirche

in Kran hievte die Holzkonstruktion für einen der beiden Flankentürme neben die Glockenstube der Josefskirche.

in Kran hievte die Holzkonstruktion für einen der beiden Flankentürme neben die Glockenstube der Josefskirche.

St. Ingbert. Schrecksekunde an der Josefskirche. Punkt zwölf gibt am Donnerstag Zimmermeister Martin Höllein per Funk das Kommando an den Drehkran, die Holzkonstruktion für einen der beiden Flankentürme anzuheben. Doch aus der Krankabine kommt nicht das erwartete Okay, sondern ein „der Kran streikt“. Sofort werden die Handys gezückt.



Alles passte wie geplant

Während Architekt Klaus Daub schon eine Reparatur anleiern will, versucht der Kranführer nochmals sein Glück. Maschine aus, Neustart, wieder aus, wieder an. Jetzt funktioniert’s. Das Turmgerüst hebt ab und wird übers Kirchendach auf die Rohrbacher Seite der Josefskirche gehievt.

Bereits am Mittwoch hatten die Zimmerer der St. Ingberter Firma Holzbau Kempf auf dem „Bauhof“ neben dem Pfarrhaus die Holzteile für den Flankenturm zusammengesetzt. Ein achteckiger Grundriss mit über vier Metern Durchmesser bildete die Basis. Dann folgten der Kaiserstiel, der bis in die Turmspitze führt, und die sich nach oben verjüngenden Balken. Alles passte wie geplant. Auch die Arbeitsbedingungen für die Handwerker. „Am Boden ist eine Vormontage der Holzteile doch viel einfacher als auf einem Gerüst wie beim Hauptturm der Kirche“, meinte Firmenchef Michael Kempf.

Direkt an der Kirche wurde aber nur der untere Teil des ersten der beiden Nebentürme montiert, die Turmspitze setzten Zimmerermeister Höllein und seine Mannen auf ihrem Firmengelände zusammen. „Die insgesamt 10,60 Meter hohe Holzkonstruktion wird in zwei Teilen aufs Dach gehoben“, erläuterte Architekt Klaus Daub. Allein mit dem unteren Teil, für den 7,5 Kubikmeter Bauholz und 200 laufende Bandholz-Meter verbaut wurden, hingen fast zweieinhalb Tonnen am Kranseil. „Dieses Gewicht schafft unser Turmdrehkran noch so.“

Fortschritte innen und außen

Eine Besonderheit der Nebentürme war nur am Boden zu entdecken, ehe die dort noch so massig wirkende Konstruktion in die Höhe entschwand und im Vergleich zum riesigen Kirchendach und mächtigen Hauptturm immer winziger erschien. In der achteckigen Bodenplatte gibt’s eine Einstiegsluke. Denn künftig können die Nebentürme, aus Brandschutzgründen und für Revisionen, von innen und nicht mehr nur wie früher mühsam von außen bestiegen werden.

Seit gestern Nachmittag sitzt die Konstruktion für den ersten Flankenturm in Höhe der Glockenstube links unterhalb des Hauptturmes und verschließt die Stelle, die zwei Winter lang eine Notabdeckung dicht hielt. Weitere Arbeiten folgen: „Ab Montag werden Dachdecker das Konstruktionsteil mit spanischem Schiefer eindecken“, kündigte Werner Gammel vom Verwaltungsrat der Pfarrei St. Josef an. Auch der zweite Flankenturm wird nächste Woche platziert. Kugel und Spitze, beides schon vorbereitet, werden dafür sorgen, dass die Türme „wie früher“ aussehen. Doch nicht nur das Äußere, auch das Innere der Josefskirche macht derweil selbst für Laien immer sichtbarere Fortschritte – ab nächste Woche auch dank der inzwischen restaurierten Heiligenfiguren.

Stand gestern beliefen sich laut Gammel die bisher für die Sanierung der Josefskirche verbauten Kosten auf zwölf Millionen Euro.

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