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13 Autos abgesoffen - Luxemburger Tankstelle verkauft Wasser statt Benzin

Symbolfoto.

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Hans-Werner und Pia Maar morgens ganz früh aufgebrochen. So wie meistens, wenn sie nach Belgien in Urlaub fahren. Gut vier Stunden Fahrt lagen vor ihnen, bis zum Ferienhaus. Sommerurlaub, bevor der große Ferien-Verkehr losgeht. Kurz vor der belgischen Grenze noch ein letzter Tankstopp an der Q8-Tankstelle am Aire de Capellen. Benzin für 60 Euro, so viel eben in den Tank des Peugeot 207 hineinpasst. Eigentlich genug für den ganzen Urlaub. Doch sie kommen nicht weit. Nur wenige Kilometer nach der Tankstelle fängt der Motor an zu rumoren und gibt den Geist auf. Die beiden fahren auf den Standstreifen.

„Meine Mutter dachte ja zuerst, es sei der Auspuff. Der macht nämlich schon länger komische Geräusche“, sagt ihr Sohn Martin Maar: „Ich hab dann versucht, jemand zu finden, der mich so früh am Samstagmorgen nach Luxemburg fährt, und habe meinen Eltern ein anderes Auto gebracht.“ Doch als der Peugeot Richtung Luxemburg abgeschleppt wird, kommen ihnen Zweifel an der Theorie mit dem kaputten Auspuff. Denn am Straßenrand stehen immer mehr Autos, die nicht weiterkommen. Insgesamt 13 Fahrzeuge müssen abgeschleppt werden, erklärt die Luxemburger Polizei später. „Da kam dann schon der erste Verdacht, dass vielleicht an der Tankstelle etwas schief gelaufen ist“, sagt Martin Maar: „Vielleicht war ja Diesel in den Tank gekommen, haben wir vermutet.“ Doch nicht Diesel hatte den Motor wortwörtlich zum Absaufen gebracht, sondern Wasser.

„In der Werkstatt haben sie gesagt, dass da mehr Wasser als Benzin im Tank war“, berichtet Martin Maar. Bei seiner ersten Nachfrage vermuteten Tankstellenangestellte noch, dass womöglich ein Tanklaster Wasser eingeleitet hat. Mittlerweile allerdings geht die Betreiberfirma davon aus, dass Wasser aus dem Boden in die Tanks gelaufen ist. „Wasser im Benzintank ist nicht ungefährlich“, sagt Arnulf Thiemel vom ADAC: „Da fehlt dann die Schmierung und empfindliche Teile können beschädigt werden.“

Das Problem sei außerdem, dass es oft lange dauert, bis der Fahrer das Problem bemerkt, weil sich Wasser und Benzin nicht vermischen: „Sie kommen zwar als Emulsion in den Tank, aber bis der Fahrer bezahlt hat, hat sich das Wasser schon oben abgesetzt. Und bis der Motor dann Wasser zieht, kann viel Zeit vergehen.“ 450 Euro hat Familie Maar allein die Reparatur gekostet, 180 Euro der Abschleppdienst und 60 Euro die Tankladung Wasser. Alain Hecker, Sprecher von Q8, verspricht im Luxemburger Wort „auf jeden Fall“ für die Schäden aufzukommen. Auch Martin Maar ist optimistisch, dass der Schaden beglichen wird: „Die Rechnungen habe ich auf jeden Fall schon mal an die Firma geschickt.“ Und immerhin ist Familie Maar am Ende doch noch wohlbehalten in Belgien angekommen, berichtet Sohn Martin: „Nur das Wetter könnte besser sein.“ Aber besser Wasser von oben, als im Tank.
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