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136.000 Tonnen italienischen Asbestmülls lagern bei Zweibrücken

Importe aus Bella Italia: Da denken die meisten an Penne, Parmaschinken, Pinot Grigio. Asbesthaltiger Müll kommt wohl keinem in den Sinn. Aber genau der ist in großen Mengen aus Italien importiert worden – und zwar über Umwege zur Mülldeponie bei Mörsbach.

Ursprünglich nahm die Sondermülldeponie in Gerolsheim im Kreis Bad Dürkheim diesen asbesthaltigen Müll aus Italien an. Aber: Zum 31. Dezember 2002 wurde die Sondermülldeponie geschlossen. Doch seither, so bestätigt die SGD Süd auf Merkur-Anfrage, ist die Mörsbacher Deponie Ziel der Müll-Lieferungen aus Italien.

Der Deponie-Betreiber Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken, damals noch EBZ, hatte beantragt, diese Abfallstoffe künftig im Rechenbachtal aufzunehmen. Seit 2003 rollen laut der Aufsichtsbehörde SGD Süd die Laster aus dem sonnigen Süden Richtung Mörsbach, alleine zwischen 2010 und 2013 wurden etwa 136 000 Tonnen Müll angenommen, das entspricht etwa dem Gewicht von 2720 Pottwalen.

In Italien gebe es keine ausreichenden Entsorgungskapazitäten für Abfälle. Deswegen bestehe eine erhebliche Nachfrage nach legalen Entsorgungsmöglichkeiten in anderen EU-Ländern, erläutert SGD-Süd-Pressesprecherin Ulrike Schneider.
Weiter sagt sie: „Aus Italien werden derzeit nur noch Asbestzementabfälle angenommen, die bei ordnungsgemäßer Verpackung weder beim Transport noch bei der Ablagerung eine Gefahr hervorrufen können.“

Wie die Sonderabfall-Management- Gesellschaft Rheinland-Pfalz (Sam), die für die Kontrollen zusammen mit der SGD Süd zuständig ist, ergänzt, enthielt der italienische Müll seit 2003 Boden und Steine sowie Gleisschotter mit gefährlichen Stoffen, asbesthaltiges Dämmmaterial und Baustoffe sowie Schredderleichtfraktionen und Staub, teils durchsetzt mit gefährlichen Inhaltsstoffen.

Welche Inhaltsstoffe genau darin seien, hänge von Art und Herkunft des Mülls ab. Schneider: „Es kann sich um Schwermetalle, Faserstoffe wie etwa Asbest, ätzende Stoffe wie Kalk, Kohlenwasserstoffe und so weiter handeln.“ Bei Überprüfungen auf Stoffe wie Arsen, Asbest und Schwermetalle müssten Analysen akkreditierter unabhängiger Untersuchungsstellen vorgelegt werden, die Fachbehörden prüfen müssten.



 
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