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15-Jähriger muss für 19 Monate in Haft

Eine Jugendstrafe von 19 Monaten muss ein 15-jähriger Saarbrücker jetzt verbüßen. Das Jugendschöffengericht befürchtet, dass "bei einer Haftentlassung jederzeit mit gravierenden Straftaten zu rechnen ist".

Saarbrücken. Seinen 16. Geburtstag wird Carsten (Name geändert) nächste Woche in der Justizvollzugsanstalt Ottweiler feiern. Dort sitzt er seit Ende März in Untersuchungshaft. Im Gefängnis fiel der Junge, der als "Bübchen" beschrieben wird, wiederholt durch provokatives Verhalten auf. Kripobeamte bescheinigen ihm, er sei "furchtlos, ohne Schreck und unbelehrbar". Staatsanwaltschaft und Polizei stufen den Saarbrücker als "jugendlichen Intensivtäter" ein. Dies bedeutet, dass er quasi einen eigenen Sachbearbeiter bei der Kripo hat, unter verschärfter Beobachtung steht - so er denn auf freiem Fuß weilt. Carsten wird aber vorerst hinter Gittern bleiben. Seit Freitag ist ein Urteil des Amtsgerichtes Saarbrücken über 19 Monate Jugendstrafe rechtskräftig, das im Juni nach nicht öffentlicher Verhandlung fiel. Sein Verteidiger hat jetzt die Berufung gegen die erstinstanzliche Entscheidung vor dem Landgericht zurückgezogen. Eine Gerichtssprecherin bestätigte dies.

Etwa 20 Delikte, vom mehrfachen schweren Diebstahl, über Drogenbesitz, Bedrohung, Nötigung, Hehlerei, Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie schwere Körperverletzungen stehen im Strafregister des Jungen, der noch keine zwei Jahre strafmündig ist. So hat er etwa einem Zeugen mit einer Flasche auf den Kopf geschlagen, einen Lehrer geohrfeigt, einem Schüler mit einem Messer eine Schnittwunde am Hals zugefügt und einem seiner Opfer eine Pistole an die Schläfe gehalten.

Die Polizei beschäftigte er auch schon zu Zeiten, da er noch keine 14 Jahre alt war. Als 14-Jähriger kam er erstmals für eine Woche in Untersuchungshaft.  Das jetzt rechtskräftige Urteil, das eine frühere Bewährungsstrafe berücksichtigt, stützt sich auf ein Geständnis. Das Schöffengericht notierte aber, dass der 15-Jährige, der seit Jahren keine Schule besuchte, "echte Reue und Einsicht" vermissen ließ. Im letzten Satz des Urteils ist zu lesen: Das Gericht setzte die Strafe auch deshalb nicht zur Bewährung aus, weil davon ausgegangen wird, "dass bei einer Haftentlassung jederzeit mit gravierenden Straftaten zu rechnen ist".

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