L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

L125

Priorität: Dringend

14°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
14°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

15 Stunden auf Züge gewartet

Berufspendler, die täglich mit Regionalbahnen im Saarland fahren, sind auf deren Pünktlichkeit angewiesen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Berufspendler, die täglich mit Regionalbahnen im Saarland fahren, sind auf deren Pünktlichkeit angewiesen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Die private Dokumentation von  Leser-Reporter Jörg Stutz über Verspätungen der Deutschen Bahn (DB) auf der Strecke zwischen Mettlach und Saarbrücken im Jahr 2015 hat es in sich. „Es kam aufs ganze Jahr gerechnet die stolze Summe von 15 Stunden und 20 Minuten zustande“, berichtet er der Saarbrücker Zeitung. Bei dem Kundenservice der Bahn habe er sich deshalb nach einer angemessenen Entschädigung erkundigt. Da das Unternehmen auf seine E-Mails nicht geantwortet habe, reichte er seine Anfrage schriftlich ein. Doch diese sei „übel abgeschmettert“ worden, erklärt er. Eine DB-Sprecherin verweist auf die Fahrgastrechte, in denen klar definiert sei, wann ein Kunde Anspruch auf eine Entschädigung habe. Ein Zusammenzählen einzelner Verspätungen sei dort nicht vorgesehen. Dass ein Addieren von Verspätungen in den Fahrgastrechten nicht vorgesehen sei, erklärt auch Heinz Klewe, Geschäftsführer der Bundes-Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr. Erst wenn ein Zug 60 Minuten und mehr Verspätung am Zielbahnhof hat, gibt es eine Entschädigung von 25 Prozent des Fahrpreises für die einfache Fahrt. Ab 120 Minuten Verspätung werden 50 Prozent zurückgezahlt.

 

Auch das Land als Auftraggeber des Regionalverkehrs sieht sich nicht in der Pflicht, die von Verspätungen betroffenen Bahnkunden im Saarland bei der Durchsetzung ihrer Erstattungsforderungen zu unterstützen. „Für eine Entschädigungsleistung des Landes an Kunden von Verkehrsunternehmen besteht keine vertragliche Grundlage“, sagt Wolfgang Kerkhoff, Sprecher des Verkehrsministeriums. Der Kunde schließe mit dem Fahrkartenkauf einen Beförderungsvertrag mit dem jeweiligen Verkehrsunternehmen ab. Das Land habe einen Verkehrsvertrag mit den Bahnunternehmen, in dem auch für Zugverspätungen und -ausfälle Strafzahlungen, so genannten Pönale, festgesetzt werden, die der Betreiber an das Land zu leisten habe. „Diese Pönale werden vom Land wiederum zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs eingesetzt und kommen damit allen Kunden zugute“, erklärt Kerkhoff. Wieviel bisher gezahlt wurde, will er nicht sagen. Das Land habe mit der Verkehrsmanagement-Gesellschaft Saar ein Qualitäts-Messsystem entwickelt, das neben der Pünktlichkeit auch Faktoren wie Sauberkeit und Platzangebot berücksichtige, sagt Kerkhoff. „Informationen zur Bewertung dieser Faktoren dürfen wir aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht herausgeben.“ Der Vertrag mit der Deutschen Bahn laufe bis 2019. Da die Landesregierung aufgrund EU-Vorschriften gezwungen sei, Verkehrsleistungen auszuschreiben, könne die Zufriedenheit mit den Anbietern nicht der Maßstab für eine Entscheidung sein. „Würde das Land Entschädigungen an den Einzelkunden zahlen, würde ein Dritter für die fehlerhafte Leistung des Verkehrsunternehmens eintreten“, sagt Kerkhoff.

 

Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, hinterlassen Sie eine Sprachnachricht unter Tel. (06 81) 5 95 98 00 oder schicken Sie eine E-Mail an leser-reporter@sol.de oder nutzen Sie unser Onlineformular unter www.saarbruecker-zeitung.de/leserreporter.

 

 
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein