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150 neue Jobs bei Voit St. Ingbert?

Das neue Achtgang-Getriebe bringt den Boom: Autozulieferer Voit will  
sein St. Ingberter Werk erweitern.

Das neue Achtgang-Getriebe bringt den Boom: Autozulieferer Voit will sein St. Ingberter Werk erweitern.

St. Ingbert. „100 neue Kollegen gesucht“, steht auf dem Plakat neben dem Werkstor von Voit in St. Ingbert. Ein Bagger schaufelt dort, wo auf dem Firmengelände mal ein Parkplatz war. Es ist zu sehen und zu hören – der Autozulieferer baut seine Produktion erheblich aus. Zwei Großprojekte packt der Spezialist für Aluminium- Guss und dem Stanzen von Blechteilen an. Läuft alles nach Plan der Geschäftsführung, werden mehr als 150 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Voit würde damit weit über 1000 Mitarbeiter am Stammsitz haben, mehr als in der Boom-Phase 2008. Der Umsatz wird nach Prognosen des Führungsteams 2012 auf nahezu 200 Millionen Euro klettern, im Krisenjahr 2009 waren es 108 Millionen.

Das am weitesten fortgeschrittene Vorhaben hängt mit dem größten Kunden zusammen, dem Getriebehersteller ZF. „Der Erfolg des ZF-Achtgang- Automatik-Getriebes am Markt ist außerordentlich“, sagt der geschäftsführender Gesellschafter Carsten Schubert. Und Voit „ist für ZF Alleinlieferant für eine große Zahl von Komponenten“ des Achtgang-Getriebes, das ZF in Saarbrücken baut. Die Konsequenz: Voit muss seine „Kapazitäten um über 30 Prozent aufstocken“, damit ZF die Autobauer BMW, Audi und Co. zuverlässig beliefern kann. Deshalb baut Voit jetzt eine etwa 4000 Quadratmeter große Halle. Im zweiten Quartal 2012 sollen dort die ersten von acht neuen Gieß-Anlagen in Betrieb gehen. Das Unternehmen will künftig Komponenten für mehr als zwei Millionen Getriebe pro Jahr herstellen können, heute sind es etwa 1,5 Millionen. Dafür will Voit bis zu 90 neue Mitarbeiter einstellen.

Auf 33 Millionen Euro beläuft sich die Investition, entscheidend getragen von ZF, so Schubert. Voit hatte im vergangenen Jahr 26 Millionen investiert; gleich im Jahr darauf ohne Partner eine noch größere Summe zu stemmen, wäre für den Mittelständler kaum möglich gewesen. ZF und Voit vertiefen mit dem Projekt ihre Partnerschaft. Sie sei auf lange Sicht vereinbart – über 2018 hinaus, sagt Schubert. Angesichts eingetrübter Konjunkturaussichten ist ihm daher nicht bange. Zumal es auch „eine Verdrängung von Schaltgetriebe zu Automat-Getriebe gibt“, sagt Hendrik Otterbach, kaufmännischer Leiter bei Voit. „Und ZF wurde bei BMW zum Alleinlieferanten für alle Automatgetriebe.“

Die Folge sei eine stabile Auftragslage für Voit. Beim zweiten Projekt geht es um den Aufbau eines neuen Betriebszweigs: die Warmumformung zur Herstellung von Karosserieteilen, eine noch junge Leichtbau-Technologie. Die Bleche werden erhitzt, bis sie glühen, und dann bei etwa 750 Grad geformt. „Dabei entstehen leichtere Bauteile, die eine höhere oder gleiche Festigkeit haben“ wie bei der üblichen Kaltpress- Technik, erläutert Schubert. Das Gewicht sei um 30 Prozent geringer. Die Folge: Die Autos sparen Kraftstoff und stoßen weniger CO2 aus. „Alle Autobauer planen mit einem hohen Anteil warmumgeformter Teile, um die Fahrzeuge leichter und stabiler zu machen“, so Schubert. „Wir führen schon konkrete Gespräche mit potenziellen Kunden. Die Auslastung der Anlagen wird kein Problem.“

Voit hat für die Einführung der Technologie mit privaten Investoren unter dem Namen Voit- TPH eine neue Firma gegründet. Eine erste Warmumformungs- Anlage soll im Sommer 2012 am Stammsitz in der Saarbrücker Straße an den Start gehen. Weitere fünf Anlagen sollen folgen. Dafür müsse aber am zweiten St. Ingberter Standort, in der Dudweiler Straße, gebaut werden. Auf sieben bis acht Millionen Euro beziffert Schubert die Investitionssumme pro Anlage.

Zehn bis 15 Mitarbeiter würden für den Betrieb einer Maschine benötigt. Für Voit steckt in der Technik viel Wachstumspotenzial: Sie könne, so Schubert, neue Kunden erschließen, zum Beispiel im Lkw- und Flugzeugbau oder in der Bahn-Technik. www. voit.de

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