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150.000 legale Waffen im Saarland

Die Diskussion über den Amoklauf in Winnenden hat in der Saar-Politik die Sensibilität für Waffen in Privathand geschärft. Über 150.000 Groß- und Kleinkalibrige sind im Saarland bei Behörden gemeldet.

Von SZ-Redakteur Guido Peters

Saarbrücken. Mehr als 150.000 legale Schusswaffen gibt es im Saarland, eingetragen in 37.000 Waffenbesitzkarten. Sie gehören fast ausschließlich Jägern und Sportschützen. Dies geht aus einer Auflistung des saarländischen Innenministeriums hervor. Einschließlich der illegalen Gewehre und Pistolen gehen Schätzungen sogar von über 450.000 Waffen aus. Eine Gefahr für die Öffentlichkeit? Für Innen-Staatssekretär Gerd Müllenbach ist klar: „So wenig Waffen wie möglich sollten in Privathand“, sagte er gestern der SZ. Die Landesregierung habe stets diesen politischen Kurs vertreten. Das aktuelle Waffengesetz sei ausreichend, wenn seine Einhaltung knallhart kontrolliert werde. Kritik äußerte Müllenbach an der nach wie vor unbegrenzten Waffen-Erwerbsmöglichkeit für Sportschützen.
Landesjägermeister Andreas Schober hält alle Maßnahmen, die nach dem Amoklauf von Winnenden von der Politik in die Diskussion gebracht wurden, für nicht geeignet, solche Taten zu verhindern. Er verwahrte sich dagegen, die Jägerschaft generell für das Drama an der Albertville-Realschule verantwortlich zu machen. Die bestehende Gesetzeslage gewährleiste einen verantwortlichen Umgang mit Waffen. Dazu zähle auch die Lagerung in speziellen Waffenschränken, wenn dies auch in Winnenden offenbar versäumt worden sei.

Beim Regionalverband Saarbrücken, der auch Waffenbehörde ist, räumte Pressesprecher Stefan Kiefer ein, dass die Aufbewahrung kaum kontrolliert werde. Dafür fehle das Personal. Lediglich bei „begründetem Verdacht“, dass etwa bei der Lagerung von Waffen und Munition gegen das Gesetz verstoßen werde, werde man tätig. In anderen saarländischen Landkreis-Behörden ist die Situation nicht anders. Wer heute legal eine Waffe erwerben will, muss bei der Behörde einen Berechtigungs-Nachweis vorlegen. In der Regel sind dies Jäger und Sportschützen, die entsprechende Prüfungen abgelegt haben. Erforderlich ist auch ein polizeiliches Führungszeugnis. In eine Waffenbesitzkarte werden die Schusswaffen mit dem entsprechenden Kaliber eingetragen.
Die meisten Waffen gibt es in den Landkreisen Saarlouis (40.000) und Neunkirchen (30.000). Im Regionalverband (einschließlich Saarbrücken) sind 25.500, im Kreis St. Wendel 18.600 und in Homburg 18.500 Waffen gemeldet. Im Durchschnitt kommen auf eine Besitzkarte vier Waffen. Der FDP-Innenpolitiker Karl-Josef Jochem hat unterdessen gestern im Landtags-Ausschuss individuelle Notfallpläne für saarländische Schulen gefordert. So könnten Notfallübungen ähnlich wie beim Feuerschutz helfen, gegen Amokläufe gerüstet zu sein. Müllenbach hingegen warnt davor, „durch Amok-Lagen Kinder zu traumatisieren“. Ein Waffen-Zentralregister, über das heute der Innenausschuss des Landtags diskutiert, soll nach Auffassung des Staatssekretärs beim Bund eingerichtet werden. Dieser habe nach der Föderalismusreform auch die Kompetenz beim Waffenrecht.


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