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18-jähriger Uchtelfanger spielt in der Bundesliga

Saarbrücken. Diese Geschichte ist schon eine besondere. 18 Jahre ist Patrick Herrmann jung, stammt aus Uchtelfangen bei Illingen, spielt für Borussia Mönchengladbach Fußball – und ist bereits ein Bundesligaspieler. Gladbachs Trainer Michael Frontzeck wechselte ihn kurz nach dem 19-jährigen Fabian Bäcker am vergangenen Samstag in der 79. Minute im Heimspiel gegen den VfL Bochum (1:2) ein. Herrmanns erster Einsatz in der Fußball-Bundesliga: Das ist schon etwas besonderes. Aber es sollte noch besser kommen.

„Ich kam für Kapitän Filip Daems rein“, erzählt Herrmann. Die Spielführerbinde wollte der 18-Jährige an den Brasilianer Dante weitergeben. Der wollte sie aber nicht, weil Tobias Levels vorgesehen war. „Doch der war ganz vorne auf der rechten Seite. Ich spielte auf links. Also behielt ich zunächst einmal die Binde in der Hand, um den Angriff zu Ende zu führen.“ Mit Erfolg – seine Flanke führte zum 1:2. Geschossen hatte es Bäcker, sein Kumpel aus dem Internat. „Seine Laufwege kenne ich in- und auswendig“, sagt Herrmann, „die Flanke war nicht blind geschlagen.“ Beide spielten in der Jugend für die Borussen zusammen.

2008 wechselte Herrmann vom 1. FC Saarbrücken ins Internat nach Gladbach, das im Stadion „Borussia-Park“ beherbergt ist. Seither lebt er im zweiten Stock des Stadions in einem 20 Quadratmeter großen Ein-Zimmer-Appartement. Dazu gibt es einen Aufenthaltsraum, eine Küche und ein „Spielparadies“ mit Billard und Flipper. „Neben der Schule und dem Training bin ich hier fast die ganze Zeit.“ Und dort lernt er auch. Im Mai will Herrmann sein Fachabi ablegen. „Das ist mir wichtig“, sagt er.

Die ersten Spiele der Saison kickte der Saarländer noch in der U 19, rutschte danach in die Regionalliga-Mannschaft (acht Einsätze), ehe ihn Frontzeck „mit ins Winter-Trainingslager nach Marbella nahm“, erzählt Herrmann. In Spanien zeigte er in einigen Testspielen gute Leistungen. Und so kam es, dass er am Samstag auf der Bank sitzen durfte. „Dass ich reinkomme, war mir aber nicht klar“, sagt der Stürmer. Frontzeck habe vor dem Spiel keine Andeutungen gemacht. Angesprochen auf die gute Leistung der zwei Jungspunde, gab sich der Trainer auch eher wortkarg: „Schön für uns“, sagte er.

Dass Patrick viele Anrufe aus dem Saarland bekam, freut ihn natürlich. Ob er am kommenden Samstag beim wichtigen Auswärtsspiel bei Hertha BSC wieder im Aufgebot sein wird, „weiß ich nicht. Eher aber nicht“, vermutet der 18-Jährige. Denn mit „Oliver Neuville und Roberto Colautti kehren zwei verletzte Stammspieler zurück, da wird es eng für mich“.

Schlimm wäre es aber nicht, denn Patrick hat schon etwas Besonderes in der Tasche: einen Profivertrag. „Der läuft jetzt im Sommer an und geht bis 2012“, sagt er. Nur einen Nachteil hat der Vertrag: Herrmann muss dann aus dem Gladbacher Internat ausziehen und sein Zimmer räumen. „Ich werde aber sicher eine Wohnung finden“, sagt der Uchtelfanger und lacht.

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