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180 Mitarbeiter betroffen: Becker Transporte GmbH Heusweiler ist insolvent

Heusweiler. Das Unternehmen Becker Erdbewegungsarbeiten und Transporte GmbH mit Sitz in Heusweiler-Eiweiler hat, wie erst jetzt bekannt wurde, am 28. Juni 2010 Insolvenz angemeldet. Insolvenzverwalter ist der St. Ingberter Rechtsanwalt Peter Haas.

Die von der Insolvenz betroffenen 180 Mitarbeiter haben jetzt zu einem ungewöhnlichen Schritt gegriffen und sich in einem Schreiben an unsere Zeitung gewandt. Darin verweisen sie auf ihre Bereitschaft, eine Fortführung des Betriebs auch durch eigene Opfer wie Lohn- und Gehaltsverzicht zu unterstützen. Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „Wir werden bis zum letzten Tag darum kämpfen, um das Unternehmen weiterführen zu können.“



Schwere Vorwürfe gegen den Insolvenzverwalter


Dem Insolvenzverwalter Haas wird in dem Schreiben vorgeworfen, das Verfahren zu lasch zu führen. Offenbar sei man an einer Weiterführung des Unternehmens nicht interessiert. Auch dem saarländischen Wirtschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) wird in dem Schreiben unterstellt, nicht an der Rettung des Unternehmens interessiert zu sein. Schon vor der Insolvenz habe die damalige Unternehmensleitung beim Wirtschaftsminister um Hilfe gebeten.

Insolvenzverwalter Haas erklärte gegenüber unserer Zeitung, es sei „blanker Unsinn“, dass kein Interesse an einer Weiterführung des Unternehmens bestehe.  Der Geschäftsbetrieb laufe in vollem Umfang und solle auch künftig weitergeführt werden. Haas selbst führe gerade Gespräche mit zwei Interessenten, die „ein einigermaßen konkretes Interesse angemeldet haben, allerdings auf einer wirtschaftlich tragbaren Basis“.

Das Insolvenzverfahren werde voraussichtlich am 1. September beginnen. Allerdings schränkte Haas ein, eine Fortführung des Betriebs „mit dem derzeitigen Firmenzuschnitt wird es nicht geben“. So seien zu viele teure Lkw im Einsatz. Insgesamt umfasst die Flotte nach Angaben der Mitarbeiter rund 130 Fahrzeuge und 30 Baumaschinen. Auch müssten die Kosten gedrückt werden, betont Haas weiter. Denn zur Insolvenz hätten „völlige Fehlkalkulationen bei den Preisen“ geführt. So habe das Unternehmen viele seiner Leistungen zu billig und damit nicht kostendeckend angeboten. Hinzugekommen seien erhebliche Verluste bei einer französischen Tochter des Unternehmens. Alle Angebote würden noch einmal nachkalkuliert, Angebote für neue Aufträge würden abgegeben, aber nur zeitnah.

Zu den Hauptkunden von Becker gehören die RAG sowie zahlreiche Autobahn-Großbaustellen im Ruhrgebiet und im Großraum Frankfurt.
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