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19-jährigem Räuber droht Sicherungsverwahrung

Saarbrücken. Mit einem Geständnis des Angeklagten hat gestern der zweite Verhandlungstag im Prozess gegen einen 19-jährigen Homburger begonnen. Der junge Mann räumte vor der großen Jugendkammer des Landgericht Saarbrücken ein, zwischen Ende Januar und Ende April in Homburg, Bexbach, Neunkirchen, Merchweiler und Friedrichsthal ein Dutzend bewaffneter Überfälle begangen zu haben. Elf dieser Taten wertet die Staatsanwaltschaft als schwere räuberische Erpressung. Aufgrund der Anzahl und Schwere der Taten soll eine Gutachterin sogar prüfen, ob eine Sicherungsverwahrung in Betracht kommt.
Vor Gericht wirkte der Angeklagte gestern kleinlaut: „Es tut mir leid, ich würde die Taten gern rückgängig machen“, sagte er nach seinem Geständnis, das allerdings nur ein Teil-Geständnis war. Denn der 19-Jährige lehnte es ab, seine Mittäter zu benennen. Die Überfälle wurden von einer Gruppe geplant und verübt – der Angeklagte bezifferte die Zahl der Bandenmitglieder auf sieben. Zu zweit oder zu dritt waren sie maskiert in Spielotheken, Einkaufsmärkte und Tankstellen gestürmt und hatten Kunden und Angestellte mit Waffen bedroht. In zwei Fällen lockten sie Pizzaboten in einen Hinterhalt und überfielen sie. Richter Michael Görling ließ während der Verhandlung durchblicken, dass auch der Tatbestand des schweren Bandenraubs gegeben sein könnte.
Über den gesamten Zeitraum der Überfall-Serie hinweg führte der 19-Jährige die Sturmhauben sowie die Tatwaffen – eine Schreckschusspistole, eine Softairpistole sowie ein Beil – jederzeit in einem Rucksack mit sich. Spontan verabredeten sich die Bandenmitglieder zu Überfällen. „Die Initiative ging mal von dem einen, mal von dem anderen aus“, sagte der Angeklagte.
Nach eigenen Angaben hatte der junge Mann einige hundert Euro Spielschulden, die er auf einen Schlag loswerden wollte. Doch nach dem ersten Beutezug häuften sich beim Angeklagten, der sich selbst als spielsüchtig bezeichnet, bald neue Schulden an. Der Fachoberschüler, den ein Gutachten sogar als überdurchschnittlich intelligent beschreibt, verbrachte nach eigenen Angaben immer weniger Zeit in der Schule. Aus einer „Gruppendynamik“ heraus sei es zu immer neuen Taten gekommen. „Wir haben gedacht, wir werden nicht erwischt“, sagte der Angeklagte.
Was der 19-Jährige und seine Komplizen angerichtet haben, sei ihm erst in der Untersuchungshaft klargeworden. Am gestrigen Prozesstag entschuldigte er sich bei jedem der mehr als ein Dutzend Opfer, die über die zum Teil gravierenden psychischen Folgen aussagten, die die Raubüberfälle bei ihnen ausgelöst haben.
Der Prozess soll am nächsten Donnerstag, 28. Oktober, fortgesetzt werden.




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