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191 Karstadt-Mitarbeitern wird in Kaiserslautern gekündigt

Kaiserslautern. Vor dem geplanten Neustart der Kaiserslauterer Karstadt-Filiale steht zunächst das Aus. Den 191 Mitarbeitern werde zum 31. März gekündigt, sagte Betriebsratschef Hermann Heinrich in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Zum 1. April sollen sie in eine Beschäftigungs- und Transfergesellschaft wechseln. Über die Pläne wurde die Belegschaft am Dienstag in einer Betriebsversammlung informiert. Die Filiale soll Ende März geschlossen werden. Der Betriebsrat plant, das Geschäft dennoch weiterzuführen - mit Hilfe von Mitarbeitern, Bürgern und anderen Geldgebern.

In der Betriebsversammlung wollte der Betriebsrat auch weiter über seine Pläne für das Kaufhaus informieren. „Wir haben einen Geschäftsplan, der rechnet sich, trägt sich“, sagte Heinrich. Nach seinen Angaben sollen die Mitarbeiter in der Beschäftigungs- und Transfergesellschaft für ihre neuen Funktionen im Warenhaus qualifiziert werden. „Während dieser Zeit wird das Haus von Grund auf renoviert. Wir treten mit komplett neuem Gesicht auf.“ Auch die Gespräche mit dem Gebäudebesitzer könnten nun beginnen.

Karstadt hatte Anfang Dezember angekündigt, dass die Filiale wie andere auch „nach gründlicher Prüfung der Wirtschaftlichkeit“ geschlossen wird. Die Belegschaft protestierte und wurde unter anderem von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) unterstützt. Noch im Dezember wurde bekannt, dass der Betriebsrat mit Beratern an einem Konzept arbeitet, wie das Kaufhaus auch ohne Karstadt weiter betrieben werden kann. Nach damaligen Angaben sollen Banken das Gebäude erwerben, das dann zurückgemietet wird. Geldgeber sollen Mitarbeiter und Bürger sein, etwa über „Bürgeraktien“. Die Insolvenzverwaltung hatte ihre Entscheidung dennoch verteidigt.

Benötigt würden Banken, die bereit seien, das Projekt zu finanzieren, betonte Heinrich. Von der Landesregierung werde es kein Geld geben, sie werde aber den Weg zu Banken ebnen. Eine „tragende Säule“ im Konzept sei die „Bürgerbeteiligung“. Auch Menschen, die nicht viel Geld hätten, sollten sich für 20 Euro beteiligen können.

Bei Veranstaltungen in der Stadt soll das Geschäftsmodell vorgestellt und dafür geworben werden. Wichtiger Bestandteil des Konzepts sind auch die Mitarbeiter, die ihr Urlaubs- und Weihnachtsgeld als Kapital in das Projekt einbringen sollen. Ihre Beteiligung sei „unabdingbar“, sagte Heinrich.

Nach Angaben des Betriebsratschefs soll in dem Gebäude auch künftig ein Warenhaus betrieben werden. „Wir wollen uns nicht sehr von dem jetzigen Sortiment unterscheiden“, erklärte er. In bestimmten Warenbereichen wolle man das Angebot allerdings etwas reduzieren, in anderen es dafür ausweiten. Zur Frage, wer die Waren liefert, sagte er: „Es gibt in Deutschland ganz viele Einkaufsgenossenschaften.“ Eine Wiedereröffnung sei etwa für September ins Auge gefasst. Dann könne man mit einer neuen Kollektion in den Winter starten.


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