A62 Nonnweiler Richtung Landstuhl Parkplatz Am Karlswald Dauerbaustelle, gesperrt bis 15.03.2017 20:00 Uhr für alle Fahrzeuge (24.01.2017, 05:56)

A62

Priorität: Dringend

10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

20 Tonnen Zigaretten über Saarbrücken nach England geschmuggelt

Vorwiegend britische Zigarettenmarken wurden in Luxemburg im großen Stil eingekauft, im Saarland professionell umverpackt und in Paketen nach England geschickt. Foto: Polizei/Archiv</p>

Vorwiegend britische Zigarettenmarken wurden in Luxemburg im großen Stil eingekauft, im Saarland professionell umverpackt und in Paketen nach England geschickt. Foto: Polizei/Archiv

Zielfahnder des Landespolizeipräsidiums spürten den 48-jährigen L., von dem mindestens vier Namen samt gefälschter Ausweispapiere bekannt sind, nach intensiver Suche Anfang September im polnischen Lodz auf. Seit seiner Auslieferung am 21. September sitzt er in Saarbrücken in Untersuchungshaft. In dieser Justizvollzugsanstalt soll auch ein Sohn des gebürtigen Polen eine längere Haftstrafe verbüßen. Die Ermittler des Dezernates für Organisierte Kriminalität (OK) gehen davon aus, dass Vater und Sohn Mitglieder einer Schmugglerbande sind. Der Senior gilt als Chef des polnischen Clans.

Pressestaatsanwalt Christoph Rebmann bestätigte jetzt auf Anfrage Informationen der Saarbrücker Zeitung, wonach gegen den 48-jährigen, mehrfach Vorbestraften Anklage erhoben wurde. Zu Details machte er keine Angaben. Prozessauftakt vor der großen Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts ist am Dienstag, 6. Dezember. Der Vorwurf: besonders schwere Steuerhinterziehung. Die Rede ist von hinterzogener Tabaksteuer in Höhe von einer Million Euro.

Nach SZ-Informationen machen die Ermittler den angeblichen Bandenchef, der unter anderem wegen Raubes, Falschgeldes, bewaffneten Diebstahls und Erpressung vorbestraft ist, dafür verantwortlich, dass in seinem Auftrag im großen Stil Zigaretten in Luxemburg eingekauft, in Deutschland umverpackt und am Zoll vorbei zum Verkauf nach England geschickt wurden. Insgesamt sollen in etwa vier Jahren mehr als 143 Lieferungen mit einer Gesamtmenge von rund 20 Tonnen Zigaretten und Feinschnitttabak über die Grenzen gebracht worden sein. Einzelne dieser Lieferungen und Beschaffungsfahrten in Kleintransportern fielen offenbar bei Kontrollaktionen auf oder wurden observiert.

Große Mühe gaben sich die Schmuggler mit der Verpackung der Tabakwaren, bevor sie – etwa über einen Paketshop in der Saarbrücker Innenstadt – auf den Weg nach England geschickt wurden. Um bei Zollkontrollen nicht aufzufallen, wurden die aus Luxemburg eingeschmuggelten Zigaretten – meist handelte es sich um die Marken Amber Leaf oder Gold Leaf – in Styroporboxen verstaut, diese mit Aluminium und Kunststofffolie umwickelt und dann in Kartons gepackt.

Der jetzt angeklagte Pole soll Kopf und Vordenker der Bande gewesen sein. Einige seiner Komplizen haben ihn angeblich schwer belastet. Der St. Ingberter Anwalt Professor Guido Britz ist Verteidiger des Polen. Er meldet Zweifel an der Anklage an, die „kritisch zu sehen“ sei. Britz spricht von „gravierenden rechtlichen Problemen“ und erwartet eine langwierige Beweisaufnahme.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein