L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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200 Bergbau- Betroffene halten Mahnwache in Saarwellingen

Die Bergbau- Betroffenen im Saarland wollen erfassen, wie viele der durch Grubenbeben verursachten Schäden beglichen sind. Das kündigte ihr Landesvorstand gestern bei einer Mahnwache in Saarwellingen an.

Saarwellingen. St. Blasius ist an diesem 23. Februar eine Baustelle. Der Turm trägt an Rosenmontag Gerüst und rotes Gewebe. Der Wind weht noch Fastnachtshits vom nahen Marktplatz herüber, während sich immer mehr Menschen am Fuß der großen Sandsteintreppe versammeln, die zum verhüllten Kirchenportal hinaufführt. Viele der 200 Menschen tragen wieder ihre neongelben Westen. Sie wollen in diesen Minuten kurz vor 16.31 Uhr nicht feiern, sie wollen erinnern - an das bislang schwerste bergbaubedingte Erdbeben im Saarland genau vor einem Jahr. Und sie wollen warnen vor neuer Gefahr durch den Abbau unter Reisbach.

"16.31 Uhr. Mehr ist zu diesem Thema nicht zu sagen", ruft Peter Lehnert, Sprecher des Landesvorstandes der Bergbaubetroffenen, von der Treppe aus den Menschen zu. Auf den Stufen unter ihm flackern Grablichter im Wind, sie formen die Worte "Nie wieder". Nach einigen Minuten stillen Gedenkens ergreift Lehnert doch noch einmal das Wort. Er kündigt unter anderem eine umfassende Umfrage an, mit der der Fortschritt der Regulierung der Bergschäden durch das Unternehmen RAG Deutsche Steinkohle erfasst werden soll. Aussagen von Unternehmensseite wonach viele Schäden beglichen worden seien, weist er als falsch zurück. Um ihrem Anliegen auch politisch Gewicht zu geben, fordert danach Manfred Reiter, ebenfalls Sprecher des Landesvorstandes, die Bergbaubetroffenen auf: "Macht das Kreuz an der richtigen Stelle." Er warnt vor Parteien, an denen Kohlestaub hafte.  Deutlicher werden die Kommentare aus den Reihen der Zuhörer: "Keen Oskar und keen Maas." Grünen-Chef Hubert Ulrich ist als einziger Landespolitiker vor Ort, kommt jedoch nicht rechtzeitig zur Rede der drei Sprecher, während der Michael Schneider auch für Reisbach um Unterstützung der Menschen bittet.

Der dortige Abbau ist an diesem Tag jedoch nicht das beherrschende Thema rund um die Kirche St. Blasius: "Wir sind erleichtert. Ein Jahr keine Beben, das ist paradiesisch", sagt Walburga Warken aus Eidenborn. Und Wilhelm Schäfer aus Saarwellingen erklärt: "Wir wollen das nicht noch mal haben. Hier an dem Platz zu stehen, das ist eine Gänsehaut nach der anderen."


"16.31 Uhr. Mehr ist zu diesem Thema nicht zu sagen." Peter Lehnert, Sprecher der Bergbaubetroffenen, bei der Mahnwache zum bislang schwersten Grubenbeben im Land am 23. Februar 2008

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