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2011 Prüfung für Jede Pflege- Einrichtung an der Saar?

Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid

Saarbrücken. Die Situation in der Pflege habe sich an der Saar in den vergangenen Jahren deutlich gebessert. Dennoch sorgen die Orientierung an der Rendite in den Pflege-Einrichtungen und enge finanzielle Rahmenbedingungen nach wie vor dafür, dass „die Qualität noch nicht Spitze ist“. Wegen der knappen Budgets „fehlt es häufig auch an Personal“. So schätzt der Leitende Arzt im Bereich Pflege des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen (MDK) im Saarland, Dr. Oliver-Roy Wermann, die Pflegelandschaft ein.

Ein schwerer Mangel in saarländischen Pflegeheimen sei, dass „das Personal medizinisch noch zu wenig geschult ist“. Gerade der verkürzte Aufenthalt im Krankenhaus habe dazu geführt, dass die Patienten häufig schwer krank und medizinisch versorgungsbedürftig aus den Kliniken in die Pflegeeinrichtungen zurückkehren. Von Nachteil sei auch, dass „wir in den Pflege-Einrichtungen nicht immer Ärzte haben, die direkt vor Ort sind“. Die meisten Heimbewohner hätten ihren eigenen Hausarzt. Wenn die Mitarbeiter spüren, dass es einem pflegebedürftigen Menschen schlecht geht, dauere es oft zu lange, bis der Hausarzt zur Stelle sei, eine Diagnose stelle und die Behandlung einleite. Eine Pflege-Fachkraft müsse auch in der Lage sein zu erkennen, wenn ein Patient an schweren Nebenwirkungen eines verordneten Medikamentes leide. Im kommenden Jahr will der MDK entsprechende Veranstaltungen anbieten, um dem Pflegepersonal die Möglichkeit zu geben, sich auch in medizinischen Fragen auf dem Laufenden zu halten.

Der MDK will ab 2011 einmal pro Jahr alle saarländischen Pflegeeinrichtungen prüfen, um deren Qualität zu beurteilen und eventuell durch Beratung zu steigern. Die entsprechende Organisation werde derzeit aufgebaut. Von den rund 270 Einrichtungen fallen 220 in den Bereich des MDK. Den Rest betreut der Sozialmedizinische Dienst (SMD) der Bundesknappschaft. Schon in diesem Jahr sind nach Angaben von Wermann rund 140 Einrichtungen geprüft worden. Im Jahr 2009 waren es erst 54 Pflegeheime. Nach dem Check diskutieren die Prüfer zusammen mit den Pflegedienstleitern etwaige Mängel, die abgestellt werden sollen.

Qualitätsprüfungen können allerdings auch außer der Reihe von den Landesverbänden der Pflegekassen im Saarland als Anlassprüfungen beauftragt werden, falls es nachvollziehbare Beschwerden gibt. Die Gutachten des MDK und des SMD werden von den Verbänden an die jeweiligen Heime geschickt. Diese haben dann vier Wochen Zeit, eine Stellungnahme abzugeben. Als nächstes senden die Landesverbände bei erheblichen Mängeln einen Auflagenbescheid an die Einrichtungen, dessen Vorgaben diese dann umsetzen muss. „Je nach Schwere der festgestellten Defizite und Mängel besucht der Prüfer das Pflegeheim drei bis sechs Monate später erneut“, erläutert Wermann. „Die Gutachter kommen dabei immer unangemeldet.“

Der Schwerpunkt im MDK-Bereich Pflege liegt allerdings weiterhin bei der Begutachtung von Einzelfällen. Mit diesen Gutachten wird der individuelle Pflegebedarf festgestellt und die Einstufung in eine Pflegestufe empfohlen. Neuerdings werden auch Empfehlungen zu Betreuungsleistungen für psychisch kranke Menschen ausgesprochen, insbesondere bei Demenz. In diesem Jahr wird der MDK über 13.000 Hausbesuche machen und mehr als 5000 Gutachten nach Aktenlage erstellen. Insgesamt wird die Anzahl der Gutachten in diesem Jahr gegenüber 2009 um mehr als sechs Prozent steigen.

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