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2011 gehen 400 Kumpel nach Ibbenbüren

Essen. Die RAG Deutsche Steinkohle beschleunigt die Verlegung von Bergleuten aus dem Saarland an die Ruhr beziehungsweise nach Ibbenbüren. Demnach werden 2011 bereits 400 weitere Bergarbeiter aus dem Bergwerk Saar in mehreren Etappen versetzt, sagte RAG-Chef Bernd Tönjes auf der Jahres-Abschluss-Veranstaltung des Deutschen Steinkohle-Verbandes in Essen, dessen Präsident Tönjes ist. Ursprünglich war auch die Zahl von 200 Versetzungen im kommenden Jahr im Umlauf.

Nach Ibbenbüren sind es 500 Kilometer
Trotz des Abbaus von Beschäftigten müsse sich gleichzeitig die Produktivität im Bergwerk Saar noch verbessern. Hier sei man auf gutem Weg. „Die Belegschaft zieht mit“, sagte Tönjes. Die Motivation der Mitarbeiter sei extrem hoch. „Keiner flüchtet sich in den Krankenstand oder in einen Zustand der Demotivation.“ Auch ein weiteres Ziel sei bisher erreicht worden: Der Kohleabbau verursache keine nennenswerten Erschütterungen mehr. „Es gibt bei diesem Thema auch keine Probleme mehr mit der Bevölkerung“, sagte Tönjes. Insgesamt habe die RAG 2010 an ihren Gruben-Standorten 12,9 Millionen Tonnen Kohle gefördert. Für 2011 sind 11,9 Millionen Tonnen eingeplant. 25.000 Beschäftigte erwirtschafteten einen Gesamtumsatz von 3,4 Milliarden Euro. Alle 2007 im Steinkohle-Finanzierungsgesetz formulierten Forderungen würden eingehalten.

Stilllegungen wird es 2011 nicht geben. Erst Mitte 2012 stehen das Bergwerk Saar und Ende 2012 das Bergwerk West zur Schließung an.  Die Verlegung von Saar-Bergleuten nach Ibbenbüren an einen Standort mit 500 Kilometern Entfernung zur Heimat sei zwar „ein hoher Preis für einen Auslaufbergbau, der sozialverträglich abläuft“. Allerdings hätten die Betroffenen weiterhin Arbeit und sicherten ihre Rentenansprüche. Die schon nach Ibbenbüren verlegten Bergleute seien dort sehr gut aufgenommen worden.

Tönjes räumte jedoch ein, dass man den Saar-Bergleuten in jüngster Zeit viel zugemutet habe. Das Bangen um den Kohlekompromiss 2007 als Voraussetzung zum sozialverträglichen Auslaufbergbau, die Erderschütterungen in der Primsmulde als Auslöser für das vorzeitige Ende des Bergbaus an der Saar sowie das jetzt erneute Ringen mit der Brüsseler EU-Kommission um eine Zustimmung zu einem subventionierten Steinkohle-Bergbau in Deutschland bis 2018 hätten in der Folge „dreimal Angst um Existenzen bedeutet“.

Das Energiekonzept der Bundesregierung vernachlässige Möglichkeiten der künftigen Kohle-Nutzung. Tönjes hielte es für besser, erst einmal die Kohle-Verstromung auszubauen statt vorrangig auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu setzen. Der Ausbau des Stromnetzes als Transportweg für Erneuerbare Energien erfordere zehn Milliarden Euro. Und die Verlegung von 3500 Kilometern Stromleitungen. „Ich bin sicher, wir werden die gleiche Anzahl an Bürgerinitiativen dagegen haben“, prognostiziert Tönjes.


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