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21-köpfige Diebesbande räumt Regale leer

Saarbrücken. Mit Bestell-Listen aus ihrer Heimat waren in den vergangenen Monaten und Jahren etwa 21 Rumänen im Alter von 18 bis 33 Jahren im Saarland und der angrenzenden Westpfalz unterwegs. Ihre Ziele: Discount-Märkte und größere Lebensmittelgeschäfte. Dort räumten sie während des Verkaufsbetriebes unbemerkt oft komplette Regale leer, verstauten die Beute – hauptsächlich Kosmetikartikel, aber auch Schuhe, Lederjacken und Textilien – in einem Auto und steuerten den nächsten Laden an. Bis zu fünf Geschäfte besuchte die Bande nach Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion (KPI) pro Tag.

Monatlich mindestens 120 Ladendiebstähle im großen Stil

Lothar Braun, Erster Kriminalhauptkommissar, und Oberkommissar Thomas Schug gehen derzeit davon aus, dass die 16 Männer und fünf Frauen in verschiedenen Gruppen monatlich mindestens 120 Ladendiebstähle im großen Stil verübt haben. Pro Monat wird ein Schaden von 16000 Euro angenommen. Wahrscheinlich war die Bande mehr als vier Jahre in der Region unterwegs, was hochgerechnet (5760 Fälle) ein Schadensvolumen von 768000 Euro ergibt. Die KPI-Ermittler kamen dem Diebesring über einen Hinweis in einem Verfahren wegen Menschenhandels auf die Spur. Zwischenzeitlich sind vier Haftbefehle wegen gewerbs- und bandenmäßigem Diebstahl vollstreckt. Ein Rumäne, der in seiner Heimat festgenommen wurde, wird diese Woche von Saar-Ermittlern in Bukarest abgeholt. Ein weiterer Tatverdächtiger wurde in Florenz gestellt. Nach drei Mittätern wird mit europäischem Haftbefehl gesucht.

„Die Dunkelziffer in diesem Fall ist sehr hoch“, sagen Braun und Schug. Viele Diebstähle blieben wohl unentdeckt.

Marken-Kosmetik, Toilettenbedarf, Textilien

Wurde ein Täter ertappt, ging er wohl als normaler Ladendieb in die Statistik ein. Auf den Aktionskreis der Gruppe kamen die Fahnder erst, als sie die Heimatorte der Täter verglichen. Die 21 Rumänen stammen alle aus der Stadt Drobeta Turnu Severin, sind fast alle miteinander verwandt. Zu der Bande gehört beispielsweise eine Familie mit Vater, Mutter und zwei Söhnen. Sie wurden, so die Ermittler, gezielt ins Saarland geschickt, hatten Auftragslisten dabei, was genau gestohlen werden sollte. Marken-Kosmetik, Toilettenbedarf, Textilien und vieles mehr wurden nach der täglichen Diebestour im Keller eines Hauses in Saarbrücken-Malstatt gelagert. Alle zwei Wochen wurden riesige Kisten gepackt und als Fracht im Linienbus nach Rumänien geschickt. Am Zielort warteten die Abnehmer, um die Beute auf Märkten zu verkaufen.

Bei einer Durchsuchung stellte die Polizei zehn Kartons Diebesgut sicher. Eine 33-jährige Frau sagte als „Kronzeugin“ aus. Die Lehrerin verdiente sich als Ladendiebin ihren Lebensunterhalt. „Für sie war das Arbeit. Die Leute hatten einen geregelten Tagesablauf, waren von morgens bis nachmittags unterwegs“, berichten die Fahnder.

Die Rumänen kannten offenbar auch die Methoden der als milde eingestuften saarländischen Justiz. Sie wussten, dass ein Ladendieb erst nach der dritten Tat mit einer empfindsamen Strafe rechnen muss

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