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23- jähriger Münchwieser ist ein „Highway Hero“

Neunkirchen. Die Minuten bis der Rettungswagen mit dem Notarzt eintrifft, kommen Christian Müller wie Stunden vor. Kontinuierlich versucht er abwechselnd mit einer Herz- Druck-Massage und Mund-zu- Mund-Beatmung den bewusstlosen Mann wiederzubeleben. Zuvor war alles rasend schnell gegangen.

Mit zwei Kollegen war der freiwillige Feuerwehrmann im Sommer mit dem Feuerwehrauto auf dem Rückweg von einer Übung. Plötzlich sieht er auf dem Rombachaufstieg zwischen Hangard und Wellesweiler einen verunglückten grauen Audi A6. „Mein erster Gedanke war: Oh Gott, was kommt da auf uns zu!’“, erinnert sich der 23- jährige Münchwieser.

Kurzerhand stellt er das Feuerwehrauto quer auf die Straße, um so Auffahrunfälle zu verhindern. Die anwesenden Ersthelfer hatten den verunglückten Fahrer aus dem Wagen geborgen, verließen jedoch den Unfallort, nachdem Müller und seine Kollegen eingetroffen waren. Sie vermuteten wohl, dass in Folge eines Notrufs nun die Rettungskräfte eingetroffen seien. „Man kann den Leuten keinen Vorwurf machen. Denn sie wussten ja nicht, dass auch wir nur zufällig dort vorbeikamen. Trotzdem ist es nicht richtig, dass sie sich entfernt haben.“ Da viele den Ersthelferkurs zuletzt vor der Führerscheinprüfung gemacht hätten, wüssten sie oft nicht mehr, wie man sich in Ausnahmesituationen korrekt verhält.

„Ich fände es richtig, wenn jeder Autofahrer alle fünf Jahre den Erste-Hilfe-Kurs wiederholt“, sagt Müller. Zwar sind die Feuerwehrmänner in Erster Hilfe geschult, „doch da sind wir keine Profis. In erster Linie ist unser Gebiet das Feuerlöschen und das zerknitterte Blech, also die technische Hilfe“. So sei bei der Hilfsaktion unterschwellig auch Unsicherheit mit im Spiel gewesen: „Mache ich da jetzt alles richtig? Vergesse ich auch nichts?“ Der Fahrer sei zunächst noch ansprechbar gewesen, habe dann aber das Bewusstsein verloren. Während Müller reanimierte, regelten die jüngeren Kollegen den Verkehr. Dann – endlich – kamen der Notarzt und Verstärkung von der Feuerwehr. Das umsichtige Handeln war nicht Müllers erste Hilfsaktion. So hat der Industriemechaniker im Januar eine Frau aus ihrem Wagen geborgen, der sich überschlagen hatte.

Auf die Auszeichnung des Automobilclubs von Deutschland (AvD) zum „Highway Hero“ ist er stolz: „Dabei ist Helfen eigentlich eine Selbstverständlichkeit.“

AUF EINEN BLICK

Die Auszeichnung „Highway Hero“ („Held der Landstraße“) ehrt Personen, die Leben retten oder Unfälle verhindern konnten. Gemeinsam mit dem Reifenhersteller Goodyear und unter der Schirmherrschaft von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) ehrt der Automobilclub von Deutschland (AvD) die „Highway Heros“. Christian Müller aus Münchwies wurde „Highway Hero des Monats Dezember“, weil er bei einem Verkehrsunfall im Sommer hervorragend Erste Hilfe leistete. ukl
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