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25 Jahre Saarhafen - Saarlouis feiert am Wochenende Jubiläum

Blick auf den Saarlouiser Hafen: Am Nordkai ist der Güterbahnhof (o.l.) angesiedelt. Direkt von der Saar gelangen die Waren über Ladekräne und Entladestationen auf den
Container-Bahnhof oder die Halden. Auf dem Gelände lagern unter anderem Schrott und Kohle und seit vergangenem Jahr auch Öl in großen Öltanks (u.l.).

Blick auf den Saarlouiser Hafen: Am Nordkai ist der Güterbahnhof (o.l.) angesiedelt. Direkt von der Saar gelangen die Waren über Ladekräne und Entladestationen auf den Container-Bahnhof oder die Halden. Auf dem Gelände lagern unter anderem Schrott und Kohle und seit vergangenem Jahr auch Öl in großen Öltanks (u.l.).

Gut 25 Jahre ist es her, als im Dezember 1987 das erste Schiff in den Hafen Saarlouis/Dillingen einfuhr, um dort probeweise Güter zu entladen. Die Hafenanlagen waren da noch gar nicht fertig gestellt. Trotz eines Dammbruchs im Oktober 1987, durch den Wasser in das noch nicht fertige Hafenbecken einlief, blieb der anvisierte Einweihungstermin bestehen. So wurde der erste saarländische Industriehafen im Juli 1988 nach nur eineinhalb Jahren Bauzeit in Betrieb genommen. „Ein wesentlicher Grund für den Bau des Hafens war der umständliche Transport von großen Tonnagen, also Schiffsladungen ins Ausland“, sagt Horst Hanke, Geschäftsführer der Hafenbetriebe Saarland.

Die im Saarland abgebauten und produzierten Ressourcen wie Kohle und Stahl mussten in Lastwagen verladen und an die Mosel transportiert werden, um von dort aus zu großen europäischen Umschlaghäfen etwa in Rotterdam oder Antwerpen gebracht zu werden. Doch ein Hafen allein reichte nicht aus: Damit die Frachtschiffe über die Saar fahren konnten, wurde der Fluss ausgebaut und stellenweise begradigt. Mit der Einweihung des Saarhafens konnten die Transportwege Wasserstraße, Schiene und Straße miteinander verknüpft werden – wobei der Schiffstransport im Vergleich am umweltfreundlichsten und kostengünstigsten ist. Seither werden im Hafen etwa vier Millionen Tonnen Massengut jährlich umgeschlagen, was ihn laut Hanke zu einem der zehn umschlagstärksten Binnenhäfen Deutschlands macht.

„Etwa 95 Prozent der vom Saarhafen aus verschifften Güter gehen nach Übersee“, so Hanke. Die restlichen fünf Prozent werden innerhalb Deutschlands verschifft. In den vergangenen 25 Jahren hat sich viel getan am Saarhafen. Weil im Saarland keine Kohle mehr abgebaut wird, wird der Brennstoff für die Kraftwerke nun importiert – hauptsächlich über den Wasserweg. Die Hafenbetriebe profitieren also davon, dass hierzulande keine Kohle mehr für die hiesigen Kraftwerke abgebaut wird. Im vergangenen Jahr wurde das Areal um zehn Mineralöltanklager erweitert, die von der Firma Meguin genutzt werden.

Auch die Dillinger Hütte zieht großen Nutzen aus der direkten Hafennähe, da sie ihre Rohstoffe auf kürzestem Weg über ein Förderband vom Nordkai ins Hüttengeländer und umgekehrt verladen kann. Doch bei allen Vorteilen kämpft der Hafen in Saarlouis auch mit einigen Problemen. So wirken sich die Streiks an den Schleusen negativ auf die Umschlagszahlen aus. „Im Juni und Juli haben wir das schon gemerkt“, sagt Hanke. Je nach Entwicklung des Tarifstreits sei dennoch mit einem Rekordjahr bei den Umschlagszahlen zu rechnen. Ein weiteres Problem sei die Überlastung der Mosel, wo der Ausbau der Schleusen nur langsam vorangehe.

Trotzdem blickt Hanke zuversichtlich in die Zukunft. Noch seien es im Schnitt fünf bis sieben Schiffe pro Tag, die an dem insgesamt 1050 Meter langen Hafenkai anlegen. Weil der Güterverkehr im Allgemeinen zunehme, gewinne auch die Schifffahrt an Bedeutung, ist Hanke überzeugt. „Die Kapazitäten, das heißt die nötigen Flächen und Kräne sind vorhanden“, so Hanke. Aus diesem Grund seien auch kaum neue Investitionen für den nächsten Entwicklungsschritt am Hafen nötig: Bis Ende nächsten Jahres soll ein Linienverkehr für Containerschiffe etabliert werden. Mindestens zweimal pro Woche soll ein Containerschiff im Hafen einlaufen.




HINTERGRUND

Die Hafenbetriebe Saarland laden morgen zum großen Jubiläums-Hafenfest in den Saarhafen Saarlouis/Dillingen. Ab 10 Uhr können Besucher eine Hafenrundfahrt, eine Fahrt mit dem Kran in die Höhe oder einen Hubschrauber-Rundflug machen. Feuerwehr und DLRG zeigen eine große Rettungsübung. Musikalische Darbietungen gibt es den ganzen Tag über. Für Kinder stehen Spiele auf dem Programm. Eine historische Fotoausstellung zeigt zudem die Geschichte des Saar-Ausbaus und des Hafens. jeb
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