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25 Millionen Euro: An Saarschleife soll Jäger- und Schützen-Paradies entstehen

Wie soll das gehen, ausgerechnet jetzt, nach dem Amoklauf von Lörrach? „Gerade jetzt“, sagt Dillinger. „Wir haben das richtige Produkt. Der Schießsport muss sich verändern, raus aus den überalternden Vereins-Strukturen. Wir bieten zwei Groß-Tresor-Anlagen für Waffen und höchste Sicherheits-Standards. Der Scheuerhof wird ein absolutes Kompetenz-Zentrum.

Seine Zielgruppe? Die jagdbegeisterte Nachbarschaft: Lothringer, Luxemburger, Niederländer. Der Hubschrauber-Landeplatz kündet von einer betuchten Klientel. Doch es soll nicht nur die Elite des Schießsports kommen, sondern auch Soldaten, Polizisten und Sicherheitsbeamte zu Seminaren. Vor allem aber auch Schaulustige, die auf dem Weg zum Tanken nach Luxemburg kurz mal abbiegen, um ein Brot zu kaufen oder ein Bier zu trinken. Und dabei entdecken, wie herrlich unberührt die Natur in Nohn ist. In diese Abgeschiedenheit baute man einst das Lungensanatorium Scheuerhof, das nie in Betrieb genommen wurde. Das Gebäude blieb danach eine glücklose Immobilie. Ein böses Omen? „Ich nehme dem Scheuerhof seinen Fluch“, sagt Dillinger. Der Merziger erfüllt sich einen Traum, an dem er 20 Jahre bastelte.

Als Vorsitzender des Kreis-Fremdenverkehrsverbandes und Immobilienmakler erkannte er bereits früh das touristische Potenzial des Dreiländerecks. Später sammelte er als Treuhand- Generalbevollmächtigter Kontakte und viel Wissen über Förder- und Finanzierungs-Systeme. In der Heimat, in Merzig, suchte er sich seine Geldgeber: Männer in seinem Alter, als finanzstark und seriös bekannt, den Bauunternehmer Günter Kaiser und den Steuerberater/ Investor Robert Kunz. 25 Millionen sind allerdings auch für sie zu viel.

Und wen um Geld? „Die Landesregierung ist Gondwana-geschädigt“, sagt Dillinger und spielt auf den Fördergeld-Skandal an. Mit dem Sportministerium und dem Wirtschaftsministerium stehe er aber im Dialog, gibt er zu. Immerhin schaffe er 160 Arbeitsplätze. Allerdings falle sein neuartiges Modell – die Diana Touristik ist weder Betreiber noch Investor – durch alle Förderrichtlinien. Wie lange noch?

Im Saarland gibt es 15 000 Sportschützen und rund 4000 Jäger. Events wie der Püttlinger Sommer-Biathlon bewegen über 20 000 Zuschauer. Waffenbesitzer sind 37 000 Menschen.

Der Biathlon-Parcours wird von der Gemeinde Mettlach angelegt, die auch Eigentümerin wird. Dadurch sei, so Dillinger, eine 95-prozentige Förderung durch Landesmittel (vor allem Tourismus) möglich. Die Diana Touristik finanziert und baut den Biathlon-Schießstand.

Die Kritiker des Scheuerhof-Projektes in Nohn (700 Einwohner) befürchten nicht nur Schießlärm, sondern auch Verkehrsprobleme in den umliegenden Dörfern. Dort gibt es Nadelöhr-Situationen. Gefordert wird nicht, das Projekt aufzugeben, sondern die Schießzeiten einzuschränken (bis 18, nicht bis 22 Uhr). Die Diana Touristik hat sich vertraglich verpflichtet, die Lärmschutzemissionsgrenzen zu unterschreiten. Außerdem will sie einen Park-und Ride-Parkplatz anlegen und dafür kämpfen, dass eine Umgehungsstraße und eine neue Autobahnausfahrt gebaut werden. ce

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