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2,6 Millionen Euro kostete neuer Haupteingang am Welt- Kulturerbe

Eine Rampe für Millionen Euro sollte künftig Hunderttausende von Besuchern ins Völklinger Weltkulturerbe führen. Doch rund acht Monate nach der Einweihung hat sich da immer noch nichts getan.

Völklingen. Völklingen, 10. Dezember 2008: Der Völklinger Platz beim Weltkulturerbe wird eingeweiht. Festredner bis hin zum Umwelt-Staatssekretär Rainer Grün betonen, der Platz werde die Stadt städtebaulich und touristisch aufwerten, als Scharnier zwischen Weltkulturerbe und Stadt wie geölt funktionieren und dann auch noch ein Platz für alle Völklinger und ihre Besucher sein. Ein Platz, der von einer weit geschwungenen Rampe eingefasst wird. Und vor allem wegen dieser Rampe insgesamt 2,6 Millionen Euro gekostet hat.

Völklingen, an einem Nachmittag dieser Woche: Der Völklinger Platz ist menschenleer. Der Haupteingang zum Weltkulturerbe, französisch "Entrée principale", ist noch an alter Stelle ausgeschildert - beim Zimmerplatz und Bistro B 40. Als seinerzeit über die Millionen-Investitionen beschlossen wurde, hieß es allerdings unisono, die Rampe solle der Haupteingang zum Weltkulturerbe werden. Die Besucher sollten über sie ans Hütten-Erlebnis herangeführt werden - entlang des Kohlegleises, über das seinerzeit die Rohstoffe eintrafen.

Am Fuß der Rampe erinnert allerdings im Moment nur ein blauer Mülleimer in Stadt-Farben daran, dass da auch mal jemand vorbeikommen könnte. Funktionslos erstreckt sich das Architekten-Kunstwerk in den Himmel - abgesehen von Flaschenkorken, die wohl von einer nächtlichen Tagung zeugen. Besucher werden in keiner Form in Richtung Rampe geführt, und auch an der Rampe selbst gibt es keinerlei Hinweis auf ihre Bestimmung. Obwohl das Bauwerk hin bis zur Kasse hin ausgezeichnet begehbar ist. Und sich als barrierefreier Zugang für Behinderte oder Frauen mit Kinderwagen anbietet.

Kein Wunder, dass sich da Bürger wie SZ-Leser Günther Simantzik inzwischen fragen, warum so viel Geld ausgegeben wurde. Wir haben unsererseits Uwe Grieger, Pressesprecher der Stadt Völklingen, und Karl-Heinrich Veith , Pressesprecher des Weltkulturerbes, gefragt. Beide sind derzeit in Erklärungsnöten. Denn ihre Chefs, Oberbürgermeister Klaus Lorig und Generaldirektor Meinrad Maria Grewenig, sind längere Zeit in Urlaub - in Wales beziehungsweise "irgendwo in Frankreich" (Veith). Da bleibt offen, warum immer noch der alte Haupteingang ins Blickfeld gerückt wird. Und immer noch die Schilder, die die Stadt mal an der Rampe einrichten wollte, fehlen. Doch vielleicht verständigen sich Lorig und Grewenig ja jetzt im Urlaub. Per Handy.

Rückschau

Der Entwurf für den Völklinger Platz stammt von der Luxemburger Niederlassung des angesehenen niederländischen Architekturbüros Jo Coenen. Er ging aus einem Wettbewerb dreier eingeladener Planungsbüros hervor. Gewählt wurde er, weil er Stadt und Weltkulturerbe besonders gut verbindet.

Im Frühjahr 2009 entfernte das Weltkulturerbe den Bauzaun zwischen Rampe und Kohlegleis. Damit die Rampe aber als echter Denkmal-Eingang funktioniere, so Weltkulturerbe-Chef Meinrad Grewenig damals, müsse sie beschildert werden, und zwar vom Platz her. Der jedoch sei städtisches Gelände; und darauf habe das Denkmal-Team keinen Zugriff. dd

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