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28-Jähriger muss in forensische Psychiatrie

Der 28-Jährige aus Homburg, der am Abend des 8. Dezember 2015 seine Eltern in der gemeinsamen Wohnung erschlagen haben soll, war für seine Tat nicht verantwortlich. Das Landgericht Saarbrücken billigte ihm wegen einer psychischen Erkrankung Schuldunfähigkeit zu und sprach ihn deshalb vom Vorwurf des zweifachen Totschlags frei. Gleichzeitig stufte das Gericht den Mann wegen seiner Erkrankung als gefährlich für die Allgemeinheit ein. Es ordnete die unbefristete Unterbringung in der geschlossenen forensischen Psychiatrie für gefährliche Straftäter an.

 

Nach Feststellung der Richter gab es beim Abendessen vor der Tat Streit zwischen Vater und Sohn. Dabei kam es nach der Beschreibung der Strafrichter zu einer „Gewaltexplosion“: Der Vater sei vom Sohn mit einer Bierflasche auf den Kopf geschlagen und niedergestreckt worden. Auf Knien und am Boden wurde er weiter angegriffen, mit Flaschen, vielleicht auch einem Hammer und zuletzt mit Fußtritten gegen den Kopf. Auch die Mutter wurde vom Sohn angegriffen, ging ebenfalls zu Boden und wurde mit einem Messer und einem Hammer attackiert. Der 54 Jahre alte Vater und seine drei Jahre jüngere Ehefrau starben etwa einen Meter voneinander entfernt.

 

Angeklagter pocht auf Unschuld

Nachbarn hatten den Lärm gehört und die Polizei gerufen. Als die Beamten eintrafen, öffnete ihnen der Sohn die Tür. Die Polizisten fanden die toten Eltern, legten dem Sohn Handfesseln an und fixierten ihn auf dem Boden der Küche. Dort stand das Abendessen – es gab Spaghetti Bolognese mit Salat – noch auf dem Tisch. Und der 28-Jährige hatte offenbar Hunger. Er fragte die Polizisten, ob sie ihn füttern könnten. Außerdem erklärte er, dass er am Tod der Eltern unschuldig sei. Er habe die Leichen gefunden, als er nach Hause kam. In der Wohnung gibt es jedoch nach Feststellung des Gerichts keine Spuren, die auf einen anderen Täter hinweisen. Alles deutet auf den Angeklagten.

 

Warum es zu der Bluttat kam, ist unklar geblieben. Der 28-Jährige hat sich geweigert, mit dem psychiatrischen Sachverständigen und den Richtern zu reden. Er sagte lediglich: „Ich bin unschuldig.“ Also mussten der Gutachter und das Gericht aus einer Vielzahl von einzelnen Indizien, Aussagen und Abläufen ein Bild vom möglichen psychischen Zustand des Angeklagten ableiten.

 

Demnach hat es im Leben des Mannes im Alter von etwa 18 oder 19 Jahren einen Bruch gegeben. Er machte Ausbildungen nicht zu Ende, griff wohl auch zu Drogen. Der arbeitslose Mann wurde zum isolierten Sonderling – oft seltsam, manchmal aggressiv. Er lebte quasi in einer eigenen, anderen Welt. Der Vater wollte dabei nicht länger zusehen und ihn wohl zum Ausziehen aus der gemeinsamen Wohnung bewegen, die Mutter hielt offenbar dagegen. Aber beide wollten, dass ihr Sohn in psychiatrische Behandlung geht. Das wollte der 28-Jährige aber nicht. Hier könnte eine Ursache des Streites in der Küche liegen.

 

Nach Auffassung des Gutachters lebt der 28-Jährige tatsächlich in der Welt einer chronischen psychischen Erkrankung. Und in dieser Welt sei er gefährlich für seine soziale Umgebung. Deshalb sei die Unterbringung des Mannes in der forensischen Psychiatrie für gefährliche Straftäter unbedingt erforderlich.
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