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300 Tonnen Stahl unterwegs nach Völklingen

  In einer spektakulären Verladeaktion wurden am Dienstag die Einzelteile einer 30 Millionen Euro teuren Freiformschmiede von Dillingen nach Völklingen geschafft. Dabei wurden über 300 Tonnen Stahl bewegt.

Von SZ-Mitarbeiter Rolf Ruppenthal

Dilingen/Völklingen. Bei Saarstahl in Völklingen entsteht derzeit die weltweit modernste Freiformschmiede. Auf dem Wasserweg kamen jetzt die Hauptelemente der 12.000-Tonnen-Schmiedepresse per Schiff im Saarhafen Saarlouis-Dillingen an, darunter die so genannten Manipulatoren sowie das eigentliche Querhaupt des 30 Millionen Euro teuren Werkzeugs. In einer spektakulären Verladeaktion wurden die schwergewichtigen Elemente vom Schiff auf Lkw umgeladen.

Zwei Autokräne hievten nacheinander sechs mächtige Elemente – Teile der so genannten Manipulatoren – aus dem Bauch des Motorschiffes. Während Element für Element auf die bereitstehenden Tieflader gelegt wurde, wuselte wiederholt ein Schneepflug zwischen den Fahrzeugen hindurch, um Berge von Matsch zur Seite zu bewegen. Im Anschluss wurden zwei noch leistungsstärkere 700-Tonnen-Autokräne aufgebaut.

Ein fehlendes Abspannseil sorgte jedoch für Verspätungen. Es musste eigens aus Baden-Württemberg herbeigeschafft werden. Als sich der erste Tieflader-Konvoi am frühen Abend auf den Weg nach Völklingen machte, ging es für die Kranführer los: Im strömenden Regen begannen tief unten im Schiffsbauch die Vertäuungsarbeiten, um dann knapp eine Stunde später das 300-Tonnen-Teil, das obere Querhaupt der Schmiedepresse, ganz langsam und mit größter Sorgfalt im Tandemhub aus dem Frachtraum des Motorschiffs herauszuheben.

Da der Tieflader aber noch fehlte, verharrte das mächtige Element geraume Zeit in luftiger Höhe. Zwischendurch hatte sich auch der zweite Konvoi auf den Weg nach Völklingen gemacht, darunter das große und sperrige Mittelelement der Presse. Bis sich der letzte Transport dann auf den Weg machen konnte, war es inzwischen 23 Uhr. Hier war jetzt nicht die Größe, sondern das Gewicht das Problem: Verteilt auf 16 Achsen erreichte dieser Schwertransport mit 22,5 Tonnen pro Achse fast die Grenze des Machbaren. Aber auch dieser Transport verlief ohne nennenswerte Probleme. Lediglich das Nadelöhr „Rodener Brücke“ musste mit größter Sorgfalt im Schritt passiert werden. Drei Stunden später war dann auch der letzte Transport wohlbehalten in Völklingen eingetroffen.

Mehrere tausend PS hatten auf mehreren hundert Rädern die mehr als 300 Tonnen schweren und Millionen Euro teuren Schmiedepresse-Elemente ohne größeren Zwischenfälle an den Zielort geschafft. Nach dreijähriger Bauzeit soll die modernste Freiformschmiede der Welt in der ersten Hälfte des neuen Jahres in die Produktion starten.

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