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3,5 Millionen Euro: Staatskanzlei Saarbrücken wird aufwendig saniert

Saarbrücken. Mit einem Schalterklick an der Wand verschwindet das raumhohe Fenster im Boden. Jetzt ist nicht nur der Blick, sondern auch der Weg frei in das Atrium, Teil des modernen Anbaus an die Staatskanzlei. Nur ein Fenster lässt sich zur Zeit in den Boden versenken – bis zum Abschluss der Renovierung der Staatskanzlei sollen wieder alle vier Fenster versenkbar sein. Auf mehreren Gerüsten arbeiten die Handwerker mit Flex-Maschinen an der Stahlkonstruktion, in die die raumhohen Fenster eingelassen sind. Rund 400 Quadratmeter Fensterfläche sollen ab September ausgetauscht werden. „Diese Fenster stammen aus dem Jahr 1957. Sie sind zwar doppelt verglast, werden aber heute vom Dämmschutz her wie eine einfache Scheibe bewertet“, erklärt Axel Böcker vom Denkmalpflegeamt. Sie sollen durch Wärmeschutzglas ersetzt werden. Diese Maßnahme ist Teil der energetischen Sanierung der Staatskanzlei und der barocken Stengel-Häuser auf dem Saarbrücker Ludwigsplatz.

Original-Zustand der 50er Jahre soll wieder hergestellt werden

Durch das Atrium geht es hindurch zur nächsten Baustelle: Der Festsaal, der für Empfänge, Ehrungen und die Landespressekonferenz genutzt wird. Die Neonröhren, die – umspannt von vier weißen Segeltüchern – an der Decke hingen, wurden entfernt. Zahlreiche Öffnungen mit herunterhängenden Kabeln sind jetzt zu sehen, in die demnächst Lampenschirme mit Energiesparlampen eingesetzt werden. „Die vielen Lichter an der Decke wirken ein wenig wie ein Sternenhimmel“, sagt Böcker. Die Decke, die Wände, der Boden – der gesamte Raum soll wieder seinen originalen Zustand der 50er Jahre erhalten. Die Fußbodenheizung musste ausgetauscht werden, da ein Teil nicht mehr funktionierte.

Die Holzvertäfelung an den Wänden wird ebenfalls durch Kirschholz erneuert – die originalen Tafeln waren in den 80er Jahren blau überstrichen und dadurch beschädigt worden. Im Innenhof werden die Sandstein-Platten aus den 60er Jahren durch Granitplatten ersetzt. „Außerdem soll ein Sonnenschutz – ähnlich einer Rollo – angebaut werden“, sagt Ulli Meyer, Leiter der Abteilung Organisation, Personal und Haushalt. Zudem werde nachts gelüftet – eine Klimaanlage sei so verzichtbar.

Baulärm wird in Kauf genommen

Vom Gerüst im Atrium dringt der Lärm in die umliegenden Gebäude und damit auch in die Büros von Ministerpräsident Peter Müller und des Staatskanzleichefs Karl Rauber, die auf der rechten beziehungsweise linken Seite (von der Ludwigskirche aus gesehen) liegen. „In den Sommerferien sind sowieso weniger Leute da. Der Betrieb wird – mit zahlreichen Überstunden – aufrechterhalten. Der Baulärm wird in Kauf genommen“, sagt Meyer. Ein Teil der Presse-Abteilung muss dennoch für vier bis sechs Monate umziehen. Außerdem mussten zwei Abteilungen aus einem Gebäude ausziehen, das gerade renoviert wird. Die Fassade ist bereits gestrichen, demnächst werden Kabel und Bodenbelege erneuert und Teppiche ausgetauscht. Ein Stromkasten mit großen, schwarzen Knöpfen zeugt vom technischen Stand der 50er Jahre. Ebenso die Türen aus dickem, gerippten Glas mit schwarzen, nierenförmigen Griffen. „Die bleiben erhalten, das ist Teil des Charmes von damals“, sagt Meyer. Die Büros sollen durch bessere Beleuchtung heller werden. Ziel der Sanierung sei es, sagt Böcker, das Ensemble auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und gleichzeitig den Denkmal-Charakter der 50er Jahre zu erhalten.

Die Anforderungen an moderne Einrichtung mit den Auflagen des Denkmalschutzes in Einklang zu bringen, sei unproblematisch gewesen. „Seit den 50er Jahren gab es keine grundlegende Instandsetzung – nach 65 Jahren ist das jetzt nötig. Schließlich spiegelt die Staatskanzlei das Leben des Landes wider und ist auch Empfangsraum für Bürger und Vereine“, fügt Ulli Meyer hinzu.

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