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3,5 Millionen für neue Anlage im Stahlwerk Bous

Die Dillinger Hütte (Foto) und auch das Stahlwerk in Bous sind wichtige Arbeitgeber in der Region.  Die neue Anlage im Stahlwerk Bous läuft zurzeit im Probebetrieb.

Die Dillinger Hütte (Foto) und auch das Stahlwerk in Bous sind wichtige Arbeitgeber in der Region. Die neue Anlage im Stahlwerk Bous läuft zurzeit im Probebetrieb.


Bous. Das Stahlwerk Bous baut das Produktportfolio aus und sichert sich so neue Kundengruppen. Bisher konnte das Stahlwerk in seiner Strangguss-Anlage nur rechteckige Gussteile herstellen – im Maß von 43 mal 32 Zentimeter. „Künftig können wir auch drei runde Formate unterschiedlicher Dicke herstellen“, erläutert Geschäftsführer Franz-Josef Schu. Die Durchmesser liegen zwischen 37 und 43 Zentimeter. „Dadurch sind wir in der Lage, neue Kundengruppen anzusprechen“, sagt Schu. Solche so genannten runden „Knüppel“ werden vor allem von Schmiede-Unternehmen in Deutschland und Europa gefragt. Zurzeit läuft die Anlage im Probebetrieb. In den Umbau der Strangguss-Anlage hat das Unternehmen rund 3,5 Millionen Euro investiert.

Der größte Teil dieser Rund-Knüppel wird an den deutsch-französischen Konzern Vallourec&Mannesmann Tubes (V&M) geliefert, der sie in seinem Werk im nordfranzösischen Aulnoye zu Rohren verarbeitet. V&M ist der größte Röhrenhersteller der Welt und mit einem Anteil von 75 Prozent immer noch der wichtigste Kunde des Stahlwerks Bous. Dies ist historisch bedingt, da der traditionsreiche Bouser Stahlkocher, der in diesem Jahr 125 Jahre alt wird, bis 1998 zu den Mannesmann-Röhrenwerken gehörte. Seitdem ist das Werk Teil des Osnabrücker Stahlkonzerns GMH (Georgsmarienhütte).

„Wir haben den Vorteil, dass wir auch kleine Tonnagen und Losgrößen liefern können, die für unsere größeren Wettbewerber uninteressant sind“, sagt Geschäftsführer Schu. „Diese hohe Flexibilität ist unser Vorteil“.
90 Prozent der Stahl-Vorprodukte im Stahlwerk Bous werden noch im sogenannten Kokillen-Guss gefertigt. Dabei fließt der heiße Stahl in feste Formen (Kokillen) und erkaltet dann. Die meisten dieser Blockguss-Stücke werden in den beiden deutschen V&M-Großrohrwerken in Düsseldorf verarbeitet.

Die Stranggieß-Anlage ist erst seit 2009 in Betrieb. In der gleichen Halle soll auch noch eine Walzstraße entstehen. „Wir haben das Vorhaben noch nicht aufgegeben. Das Genehmigungsverfahren läuft weiter“, sagt Schu. „Mit den Walzprodukten würden wir unsere Wertschöpfungs-Kette erweitern und könnten zusätzliche Kunden aus dem Bereich der Stahl-Weiterverarbeitung, aber auch aus dem Schmiede-Sektor akquirieren.“ Es müsse sich allerdings rechnen. Im vergangenen Jahr lag die Stahlproduktion in Bous bei 260.000 Tonnen, 40.000 Tonnen mehr als 2009. Im Spitzenjahr 2008 wurden 350.000 Tonnen hergestellt. Der Umsatz lag im Jahr 2010 bei 205 Millionen Euro. Das Stahlwerk Bous beschäftigt 360 Mitarbeiter, 34 Leiharbeiter wurden übernommen.

Langfristig will der Geschäftsführer eine Maximal-Kapazität von 500.000 erreichen. Dazu sei aber ein zweiter Pfannenofen nötig, in dem die Legierungen zusammengemischt werden, nachdem die heiße Stahl-Suppe aus dem Elektro-Ofen geflossen ist – außerdem eine Vakuum-Anlage, die unerwünschte Einschlüsse aus dem heißen Stahlkörper zieht. Diese sogenannte Sekundär-Metallurgie und das neue Walzwerk würden Investitionen von 100 Millionen Euro mit sich bringen und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Eine weitere Voraussetzung für diese Investition ist eine neue Straßenanbindung des Werks an den Kreisel, der die Bundesstraßen 51 und 269 verbindet. „Ohne diese zusätzliche Straße können wir unsere Produktion nicht erweitern“, sagt Geschäftsführer Schu. Er hofft, dass es hier bald zu einer positiven Entscheidung kommt. Das Planungsverfahren laufe bereits seit 1996. Das Stahlwerk will sich an dieser Straße mit 800.000 Euro beteiligen.
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