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350 neue Jobs am Flughafen Ensheim!

Trotz der aktuellen Krise in der Luftfahrt sind neue Flugverbindungen vom Saar-Airport aus geplant. Nach dem Rekordergebnis von 518.000 Passagieren im Vorjahr rechnet Flughafen-Chef Friedhelm Schwan für dieses Jahr mit einem Rückgang auf rund 470 000 Passagiere.
 

Von SZ-Mitarbeiter Udo Rau

Saarbrücken.
Trotz der aktuellen Krise in der Luftfahrt sind neue Flugverbindungen vom Saar-Airport aus geplant. Nach dem Rekordergebnis von 518.000 Passagieren im Vorjahr rechnet Flughafen-Chef Friedhelm Schwan für dieses Jahr mit einem Rückgang auf rund 470.000 Passagieren.
Die Saarländer sollen ab dem Winterflugplan 2009/2010 von ihrem Heimatflughafen aus über das niederländische Drehkreuz Amsterdam-Schiphol mit Air France/KLM in die weite Welt fliegen können. Saar-Flughafen-Chef Schwan ist fest überzeugt, mit Air France/KLM noch für dieses Jahr die Aufnahme der Tagesrandflüge nach Amsterdam hinzubekommen.

Geflogen werden könnte die Verbindung von der Air France/KLM-Tochter VLM, einer Regionalfluggesellschaft im belgischen Antwerpen, die eine Flotte von Fokker 50-Turboprop-Flugzeugen operiert. Weiterhin wird die Air Berlin ab Winterflugplan zu den bisherigen zwei Verbindungen Saarbrücken-Berlin eine dritte hinzufügen: „Wir fassen einen Abflugtermin ab Saarbrücken gegen neun Uhr ins Auge, was für viele Kunden interessanter ist als die Frühmaschine“, so der Flughafen-Chef. Air Berlin hat sich verpflichtet, bis Ende 2010 dem Saar-Flughafen auf jeden Fall treu zu bleiben. Aufgegeben wurde seitens Air Berlin die Idee einer Wiederaufnahme der Verbindung Saarbrücken-München. „Hier fliegt die Luxair. Eine zweite Airline auf der Strecke macht keinen Sinn“, sagte Schwan. Die Luxair weitet ihre Kapazität auf der Strecke Saarbrücken-Hamburg aus: Statt bisher zwei soll ab Winterflugplan drei Mal täglich geflogen werden, sagte Luxair-Vorstand Alberto Kunkel gestern. : „Wir haben im ersten Halbjahr 2009 unser Aufkommen gegenüber 2008 nach Hamburg auf 35 000 Passagiere verdoppelt.“ Zudem fliegt Cirrus Airlines diese Strecke seit langen Jahren. Auch die nur wenige Wochen über den Sommer von der Luxair geflogene neue Strecke Saarbrücken-Catania (Sizilien) soll 2010 wieder bedient werden, so Kinkel. Ab März 2010 bietet Air Berlin Nizza – einmal wöchentlich – an. Für Sommer 2010 stehen Porto, Lissabon und Süditalien (etwa Palermo) auf der Planung.

Flughafen-Chef Schwan hatte gestern Top-Manager aller am Saar-Airport engagierten Fluggesellschaften zusammengebracht. Im Einzelnen: die Stuttgarter Contact Air, die luxemburgische Frachtfluggesellschaft Cargolux, die Luxair und die Göttelborner Flugmanagement- und Pilotenschmiede (HTW/Cargolux/EIAB, Leitung: Peter Schmitt). Und x Cirrus-Airlines-Gründer Gerd Brandecker – immer für eine Überraschung gut – verkündete die Rückverlagerung seiner Gesellschaft vom Flughafen München nach Saarbrücken (wir berichteten). Brandecker stellte gestern auch seine langjährige Verkaufschefin Ingrid Jung als neue Geschäftsführerin der Airline vor. Er selbst werde nur noch als Allein-Gesellschafter fungieren. Wer Brandecker indes kennt, weiß, dass der Flugunternehmer – der seinen Lebensmittelpunkt mittlerweile in München hat - vom Nichtstun absolut nichts hält. Brandecker hat sich aber durchaus einiges vorgenommen: „Wir brauchen dringend neue Strecken für unsere Flugzeuge. Angesichts der Krise machen wir nach einem katastrophalen Jahr 2008 auch für 2009 wieder Verlust.“ Von Saarbrücken aus sei derzeit jedoch noch keine Strecke für Cirrus in Sicht.

Mit der Rückverlagerung der Cirrus Airlines – rund 500 Beschäftigte, 18 Flugzeuge – werden Verwaltung und Firmensitz wieder in Saarbrücken konzentriert. Von der 90 Köpfe starken Verwaltung nahe des Münchener Airports wollen 60 nicht mit nach Saarbrücken zurück. Entsprechend sucht Cirrus Airlines nach dem bis Frühjahr 2010 geplanten Endumzug Ersatz am Saar-Arbeitsmarkt. Verlagert wird auch der Sitz der Cirrus-Flugschule („Cirrus Flight Training“) vom benachbarten Flughafen Zweibrücken an den Saar-Airport.



Meinung

Saar setzt auf eigene Kraft


Von SZ-Mitarbeiter Udo Rau


Vor Jahren drohten die Westpfälzer dem Saar-Flughafen die Luft abzudrehen. Germanwings startete ab Zweibrücken nach Berlin-Schönefeld, der Reisekonzern Tui strich weitgehend die Segel in Saarbrücken. Kater- und Weltuntergangsunterstimmung auf der Ensheimer Höhe, Angst um die Arbeitsplätze. Nachdem alle Versuche einer Kooperation beider benachbarter Flughäfen mit dem Ziel beiderseitigen Zugewinns gescheitert waren, gingen die Saarländer eigene Wege. Eine längere Landebahn wie in Zweibrücken als am Saar-Flughafen ist noch kein Garant für Erfolg. Die Saarländer setzen mit Airport-Geschäftsführer Friedhelm Schwan auf das Konzept des Ausbaus zum „Kompetenzzentrum Luftfahrt“. Denn allein vom Passagieraufkommen kann der kleine Saar-Flughafen nicht leben. Also müssen neue Arbeitsplätze rund um Start- und Landebahn her. Die Strategie ist richtig. Jetzt werden die Verantwortlichen an der Umsetzung der Pläne gemessen. Von Zweibrücken redet in Bezug auf die strategische Ausrichtung der Luftfahrt an der Saar niemand mehr.



Flughafen Ensheim wird zum „Zentrum“ ausgebaut 350 neue Arbeitsplätze geplant – Geldgeber investiert 90 Millionen


Am Saarbrücker Flughafen sollen in den nächsten Jahren bis zu 90 Millionen Euro investiert werden. Die Geschäftsführung plant den Ausbau zu einem „Kompetenzzentrum Luftfahrt“ mit 350 neuen Jobs. Saarbrücken. Der Flughafen in Saarbrücken-Ensheim soll sich in den nächsten Jahren zu einer kleinen Job-Maschine entwickeln. Flughafen-Chef Professor Friedhelm Schwan (Foto: rup) stellte gestern seine ehrgeizigen Pläne vor: „Wir wollen Flugverkehr, Ausbildung, Wartung und medizinische Dienstleistungen zusammenführen.“ Wenn die Planung von Flughafen-Geschäftsführung und Landesregierung aufgeht, könnten damit rund 350 neue Arbeitsplätze entstehen. Nach Schwans Angaben wollen private Geldgeber, die „bei ähnlichen Projekten weltweit tätig“ sind, bis zu 90 Millionen Euro in Ensheim investieren. Den größten Anteil macht ein geplantes Flugsimulator-Zentrum mit sechs Simulatoren aus. Dafür sind rund 65 Millionen Euro veranschlagt, 60 Beschäftigte sollen dort arbeiten. Zehn Millionen Euro wird die Stuttgarter Gesellschaft Contact Air in den Ausbau ihrer Flugzeug-Wartung investieren, die in Ensheim konzentriert wird. Zu den bestehenden 100 Stellen sollen 80 hinzukommen. 3,5 Millionen Euro fließen in ein neues Parkhaus, zudem wird der bisherige Wartungsbereich der Fluggesellschaft Cirrus zum Ankunftsbereich umgebaut. Am Flughafen soll ferner ein Gesundheitshotel mit 300 Betten und 100 Arbeitsplätzen entstehen. Dort will man Gesundheits-Dienstleistungen für eine zahlungskräftige Kundschaft anbieten. Ab dem Winterflugplan (Ende Oktober) werden ab Ensheim neue Ziele angesteuert. Mit der KLM soll es nach Amsterdam gehen, Air Berlin bietet eine dritte tägliche Verbindung nach Berlin an. Der Gründer von Cirrus Airlines, Gerd Brandecker, kündigte offiziell die Rückverlagerung der Gesellschaft an den Standort Saarbrücken an (die SZ berichtete). Zum 1. April 2008 war der Sitz in die Nähe des Flughafens München verlagert worden. „Zwei Standorte mit Technik in Saarbrücken und Flugbetrieb in München machen auf Dauer keinen Sinn“, so Brandecker. Auch die am Flughafen Zweibrücken angesiedelte Cirrus-Flugschule kommt nun nach Saarbrücken. 350 neue Arbeitsplätze geplant – Geldgeber investiert 90 Millionen Am Saarbrücker Flughafen sollen in den nächsten Jahren bis zu 90 Millionen Euro investiert werden. Die Geschäftsführung plant den Ausbau zu einem „Kompetenzzentrum Luftfahrt“ mit 350 neuen Jobs.

Saarbrücken. Der Flughafen in Saarbrücken-Ensheim soll sich in den nächsten Jahren zu einer kleinen Job-Maschine entwickeln. Flughafen-Chef Professor Friedhelm Schwan (Foto: rup) stellte gestern seine ehrgeizigen Pläne vor: „Wir wollen Flugverkehr, Ausbildung, Wartung und medizinische Dienstleistungen zusammenführen.“ Wenn die Planung von Flughafen-Geschäftsführung und Landesregierung aufgeht, könnten damit rund 350 neue Arbeitsplätze entstehen.

Nach Schwans Angaben wollen private Geldgeber, die „bei ähnlichen Projekten weltweit tätig“ sind, bis zu 90 Millionen Euro in Ensheim investieren. Den größten Anteil macht ein geplantes Flugsimulator-Zentrum mit sechs Simulatoren aus. Dafür sind rund 65 Millionen Euro veranschlagt, 60 Beschäftigte sollen dort arbeiten.

Zehn Millionen Euro wird die Stuttgarter Gesellschaft Contact Air in den Ausbau ihrer Flugzeug-Wartung investieren, die in Ensheim konzentriert wird. Zu den bestehenden 100 Stellen sollen 80 hinzukommen. 3,5 Millionen Euro fließen in ein neues Parkhaus, zudem wird der bisherige Wartungsbereich der Fluggesellschaft Cirrus zum Ankunftsbereich umgebaut. Am Flughafen soll ferner ein Gesundheitshotel mit 300 Betten und 100 Arbeitsplätzen entstehen. Dort will man Gesundheits-Dienstleistungen für eine zahlungskräftige Kundschaft anbieten.

Ab dem Winterflugplan (Ende Oktober) werden ab Ensheim neue Ziele angesteuert. Mit der KLM soll es nach Amsterdam gehen, Air Berlin bietet eine dritte tägliche Verbindung nach Berlin an.

Der Gründer von Cirrus Airlines, Gerd Brandecker, kündigte offiziell die Rückverlagerung der Gesellschaft an den Standort Saarbrücken an (die SZ berichtete). Zum 1. April 2008 war der Sitz in die Nähe des Flughafens München verlagert worden. „Zwei Standorte mit Technik in Saarbrücken und Flugbetrieb in München machen auf Dauer keinen Sinn“, so Brandecker. Auch die am Flughafen Zweibrücken angesiedelte Cirrus-Flugschule kommt nun nach Saarbrücken.
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