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360 Einbrüche schockieren die Opfer in Saarbrücken

Saarbrücken. Der Sommer biegt auf die Zielgerade ein. Endet damit, weil ja nun die meisten wieder daheim und deutlich weniger Anwesen wochenlang verwaist sind, die Hochsaison der Einbrecher? Von wegen.
Armin Löhfelm, der Chef des Kriminaldienstes Saarbrücken, warnt eindringlich davor, beim Thema Einbruch nur an die Ferien zu denken. Er hat sich die Einbruchszahlen für seinen Bezirk Saarbrücken-Stadt besorgt. Ergebnis: 159 Wohnungseinbrüche gab es vom 1. April bis zum 22. August im Bezirk, also in St. Johann, Alt-Saarbrücken, Malstatt und Burbach, neun weniger als im Vergleichszeitraum 2010. 77 Einbrüche passierten tagsüber, 82-mal machten Kriminelle nachts Beute, oder die Tatzeit war nicht festzustellen. Die langen, eng bedruckten Streifen mit Tatorten, -zeiten, Beutehöhen, listen Straßen aus allen Stadtteilen im Bezirk auf.

Und jeder Eintrag steht für die Fassungslosigkeit und die Wut der Opfer. Gleich geblieben ist mit einer 199 die Zahl der schweren Diebstähle aus Gewerbebetrieben, Kaufhäusern, Gaststätten – wobei, wie Löhfelm zu bedenken gibt, dort die ebenfalls als schwere Diebstähle gewerteten gewerbsmäßigen Ladendiebstähle von Profis in den großen Saarbrücker Kaufhäusern und Supermärkten mitgezählt sind.



Dabei sind die Schäden, die Einbrecher in Wohnungen anrichten, oft deutlich höher als in Gewerbe-Immobilien.  Die Schäden in Wohnungen lägen meist im vierstelligen Bereich, während Eindringlinge in Firmen eine deutlich geringere – im Durchschnitt dreistellige – Beute machten . „Hinzu kommt der schwere seelische Schaden, wenn Fremde ins Privateste eindringen, Dokumente durchwühlen, Kleidungsstücke anfassen. Oft lassen Opfer alles reinigen, bevor sie überhaupt etwas anziehen, was der Einbrecher womöglich in der Hand hatte. Manche ziehen sogar weg, weil sie sich in ihrem eigenen Zuhause nicht mehr sicher fühlen“, sagt Löhfelm.

Wer hofft, irgendwann den Täter vor Gericht und bestraft zu sehen, sollte sich die kümmerliche Aufklärungsquote vor Auge halten. Die Polizei klärt nur jeden siebten Wohnungseinbruch auf.
Löhfelm rät, Einbrechern im Wortsinn einen Riegel vorzuschieben. „Wirkungsvoll sind zum Beispiel auch von außen aktivierbare Sperrriegel über die gesamte Türbreite. Vernünftige Türen und Fenster sind überhaupt der beste Schutz.“ Denn der typische Einbrecher spähe nicht tagelang aus, ob jemand zuhause ist, sondern nutze spontan das gekippte Fenster, um ruck, zuck reinzukommen. Gerade gegen diese Einbrechersorte lasse sich etwas tun. Sei es mit Nachbarn, die Verdächtiges nicht ignorieren und sich das Kennzeichen notieren, wenn ihnen ein Auto seltsam vorkommt. Oder eben mit einer gut gesicherten Immobilie. „Nutzen Sie die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle beim Landeskriminalamt. Die kann innerhalb weniger Tage einen Terminvorschlag machen.“
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