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40 Jahre Hilfe für geschundene Frauen

Saarbrücken. Die Opfer bringen viele Geschichten mit. Seit 40 Jahren finden sie im Saarbrücker Elisabeth-Zillken-Haus Hilfe: verletzte Frauen, vom Mann misshandelt, die mit ihren Kindern vor dem heimischen Alptraum fliehen. Oder Mädchen, die die eigene Familie verstoßen hat. Und dann sind da die „streunenden Mädchen“, die einen Weg aus der Obdachlosigkeit suchen. Und, nicht zu vergessen, die seelisch kranken Frauen, die ihren Platz in der Gesellschaft erst einmal wieder finden müssen. „Wir sind für diese Frauen und Mädchen da“, sagt Barbara Klein, die Leiterin des Elisabeth- Zillken-Hauses.

Die Jüngsten sind um die 14, die Ältesten über 60

Gestern feierte das Frauenhaus 40-jähriges Bestehen und weihte beim Sommerfest neue Räume ein. „Es wurde ein großer Gemeinschaftsraum mit angrenzender Küche gebaut. Zudem wurde der Hof neu gestaltet“, sagt Leo Strempel, der Geschäftsführer des Sozialdienstes katholischer Frauen, Ortsverein Saarbrücken. Dieser Verein ist der Träger des Elisabeth- Zillken-Hauses. „Der Umbau kostete 200 000 Euro. 61 000 Euro bekamen wir von der ARD-Fernsehlotterie, den Rest brachten wir aus eigenen Mitteln auf“, sagt Strempel. Etwa 250 Frauen und Mädchen, die Jüngsten sind um die 14, die Ältesten schon mehr als 60 Jahre alt, suchen jedes Jahr im Haus Schutz und Zuflucht.

Gewalt in vielen Fällen Teil der Familiengeschichte

Kriminalhauptkommissar Armin Löhfelm, der Leiter des Kriminaldienstes Saarbrücken, weiß nur zu gut, wie wichtig diese Zuflucht für Opfer häuslicher Gewalt ist. „Diese Gewalt zieht sich in vielen Fällen über Jahre durch eine Familiengeschichte und zerstört nicht nur die Ehe. Sie lässt die Kinder verzweifeln, führt zu Verbitterung, Leugnen und Schuldzuweisungen im Umfeld, also bei Eltern und Schwiegereltern.“ Mehrere tausend Frauen fanden in den 40 Jahren bereits Hilfe. „Wie viele es genau waren, lässt sich schwer sagen. Der Großteil fand aber den Weg zurück ins normale Leben“, sagt Barbara Klein.

18 ausgebildete weibliche Fachkräfte und fünf Ehrenamtlerinnen kümmern sich um die Hilfsbedürftigen. „Wir haben rund um die Uhr geöffnet, sind also ständige Anlaufstation für die Frauen und Mädchen. Manche sind nur zwei bis drei Tage bei uns, andere bleiben bis zu einem Jahr. Mädchen in der Schwangerschaft wohnen oft bei uns, bis das Kind auf der Welt ist – und darüber hinaus“, sagt die Leiterin. Bei akut Alkohl- oder Drogenabhängigen führe der erste Weg allerdings ins Krankenhaus.

Auf Trends angesprochen, sagt Klein: „Es kommen von Jahr zu Jahr mehr Frauen mit psychischen Problemen zu uns. Auch die Zahl ganz junger Frauen ohne soziale Strukturen wächst und wächst.“ Und bislang ist die Einrichtung in der Dudweilerlandstraße mit ihren 34 Plätzen die ein

HINTERGRUND

Das Elisabeth-Zillken- Haus wurde 1971 auf Initiative der damaligen Geschäftsführerin, Maria Koch errichtet. Namensgeberin Elisabeth Zillken, geboren 1888 in Wallerfangen, war die erste Generalsekretärin des katholischen Fürsorgevereins, der Vorgängerorganisation des Sozialdienstes katholischer Frauen, dessen Vorsitzende sie 1944 bis 1971 war. Sie starb 1980. leh

Zu erreichen ist das Haus unter Tel (06 81) 91 02 70.

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