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4000 Beschäftigte demonstrieren gegen Unterfinanzierung der Kliniken

Mehr als 4000 Menschen demonstrierten nach Verdi-Angaben am Samstag in Saarbrücken für eine bessere Krankenhausfinazierung.

Mehr als 4000 Menschen demonstrierten nach Verdi-Angaben am Samstag in Saarbrücken für eine bessere Krankenhausfinazierung.

Buhrufe und Pfiffe haben sich die Bundestagsabgeordneten aus dem Saarland anhören müssen, die am Samstag bei der Demonstration von der Gewerkschaft Verdi-Saar, und des Arbeitgeberdachverbands Saarländische Krankenhausgesellschaft (SKG) gegen die Unterfinanzierung der Kliniken mitliefen. Als Verdi- Gesundheitsfachbereichsleiter Thomas Müller bei der Abschlusskundgebung auf der Freitreppe des Saarbrücker Rathauses Nadine Schön (CDU), Elke Ferner (SPD), Heide Henn (SPD), Thomas Lutze (Linke) und Thomas Tressel (Grüne) begrüßte, schwoll der Lautstärkepegel der Unmutsäußerungen der 4000 Demonstranten erheblich an.

Denn sowohl die Demonstranten aus den saarländischen Kliniken als auch die Kundgebungsredner Sylvia Bühler (Verdi-Bundesfachbereichsleiterin) und Alfons Vogtel (SKGVorsitzender und Geschäftsführer der Saarland Heilstätten GmbH) richteten ihren Protest an den Bundestag und die künftige Bundesregierung. „Sicherstellung des Versorgungsauftrags durch die Politik“, „Ausgebrannt, ausgelaugt. Helft uns!“ oder „Im Auftrag Gottes arbeiten wir. Für gerechte Finanzierung kämpfen wir“ stand auf den Bannern zu lesen, die im Demonstrationszug hochgehalten wurden.

Einige der Klinikbeschäftigten liefen in Berufskleidung mit, ein ohrenbetäubendes Trillerpfeifenkonzert begleitete die gewaltige Menschenschar, die sich über Eisenbahnund Stengelstraße und die Wilhelm- Heinrich-Brücke zum Rathausvorplatz bewegte. Dort intonierte zunächst die Musikgruppe Ruge, Holzhauser und Becker schmissiges Liedgut aus dem Gesangsbuch der italienischen Linken, ehe die Gewerkschafterin Bühler loslegte. „Was in deutschen Krankenhäusern passiert, ist nicht gesund. Das wollen wir ändern“, rief sie der Menge zu. Es werde in Berlin fast nur noch von „Gesundheitswirtschaft“, aber nicht mehr vom „Gesundheitswesen“ gesprochen, kritisierte Bühler. Die personelle Unterbesetzung in den Krankenhäuser sei inzwischen so dramatisch, dass die Pflegerinnen und Pfleger kaum noch Zeit hätten, sich um die vielen Patienten auf den voll belegten Stationen zu kümmern. „Wir sind doch nicht in Afrika“, rief Bühler. Es sei „peinlich“, wenn Klinikträger nun verstärkt Billigkräfte aus dem Ausland anwerben würden, um die Löcher zu stopfen.

Doch nicht nur die künftige Bundesregierung müssen die finanzielle Versorgung der Krankenhäuser verbessern, auch die geplante Kürzung des Landeszuschusses um 3,5 Millionen Euro im Saarland sei „unverantwortlich“. In diese Kerbe schlug auch Alfons Vogtel, der die Landtagsabgeordneten vor der Haushaltsabstimmung in dieser Woche eindringlich dazu aufrief, die 3,5- Millionen-Euro-Kürzung durch die CDU/SPD-Landesregierung abzulehnen. „Ich appelliere an die Fraktionen, dieses rückgängig zu machen“, rief Vogtel, der bis zum Jahrt 2007 selbst 22 Jahre lang CDULandtagsabgeordneter war.

Von den Abgeordneten der CDU/SPD-Koalition war der IG-Metaller und Arbeitskammer-Chef Hans Peter Kurtz (SPD) bei der Demonstration dabei. Vogtel sagte, es gebe einen großen energetischen Sanierungsbedarf bei den Krankenhäusern. Demonstrationsteilnehmer Hans Georg Schmidt, Pflegedirektor der Kreuznacher Diakonie, sagte der SZ, dass die Öffentlichkeit und viele Politiker die Probleme der Kliniken nicht kennen würden. Deshalb reiche eine Demonstration im Saarland nicht aus, der Protest müsse bundesweit erfolgen. Ähnlich äußerten sich weitere Demonstranten gegenüber der SZ.

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