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42 Tage ohne Fleisch und Kaffee

 Saarbrücken. „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ – wenn die Karnevalisten diesen Evergreen anstimmen, denken sie nicht nur an das Ende der tollen Tage. Denn mit dem Aschermittwoch beginnt die Zeit des Fastens vor Ostern. Schließlich steht der Begriff Fastnacht für die Nacht vor Fasten. Das Wort Karneval kommt von Carne vale, was so viel bedeutet wie „Abschied vom Fleisch“. 

42 Tage lang sollen Katholiken den Fleischeslüsten entsagen, so besagt es der Osterkreis der römisch-katholischen Kirche. In dieser Zeit geht es darum, Körper und Geist auf das christliche Hochfest Ostern vorzubereiten. Meistens picken sich die Leute heutzutage eine Sache heraus, auf die sie verzichten. „Bis Karfreitag gibt es jetzt keinen Alkohol mehr“, sagt Achim Pitz, der Regionalvertreter des Verbandes Saarländischer Karnevalisten (VSK) für Saarbrücken.
 
„Wenn ich was mache, dann richtig“, meint dagegen Volker Burgard. Also auch das Fasten. „Fleisch, Milch, Eier, Kaffee gibt es die nächsten 42 Tage nicht, Zigaretten sowieso nicht, nur freitags gibt es Fisch“, berichtet er. Das sei „sauschwer“, aber „reine Willenssache“. Er muss es wissen, denn er macht diese Prozedur bereits zum zehnten Mal in Folge mit. So weiß er auch: „Wenn an Ostern das Fasten zu Ende ist, werden Kaffee und all die Speisen zum besonderen Geschmackserlebnis.“ Fasten passt für ihn genau zur Jahreszeit: „Die ganze Natur stellt sich jetzt von Winter auf Frühjahr um, da ist es auch gut, die Ernährung umzustellen.“

Kollege Dirk Weber fastet zum dritten Mal mit, er hat sich von seinem Chef anstecken lassen. „Allein mit dem Rauchen aufzuhören, tut kolossal gut“, berichtet er. Zusammen mit seiner Freundin will er mit der Fastenzeit womöglich in eine komplett nikotinfreie Zeit starten. Anneliese Bergem ist es wichtig, nicht nur den Körper, sondern auch den Geist zu reinigen. „Ich besuche in der Fastenzeit Gesprächskreise, zum Beispiel beim Kirchenladen Saarbrücken, das ist etwas für die Seele“, sagt sie. Auch mit dem Essengehen und dem Fernsehen will sie sich ein wenig einschränken. Und weniger Alkohol trinken: „Deswegen habe ich extra die leeren Flaschen weggebracht.“

Emilie Wahl hat sich selbst für die kommenden Wochen ein „Autofasten“ auferlegt. „Ich will so oft wie möglich zu Fuß gehen“, erklärt sie. Vor allem bei Strecken bis zu einem Kilometer Länge will sie den Wagen stehen lassen. Axel Dumont, Präsident der Karnevalsgesellschaft „Die Nassauer“, hat sich nichts für die Fastenzeit vorgenommen: „Dann muss ich mich nicht ärgern, wenn ich es nicht schaffe.“ al
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