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46 Messerstiche am Dillinger Ehrenmal - Angeklagter (32) gesteht

Weil er einen Bekannten mit 46 Messerstichen umgebracht haben soll, muss sich ein 32-Jähriger seit Freitag vor Gericht verantworten. Warum er die Bluttat verübt hat, kann er angeblich nicht erklären.

Von SZ-Redakteur Wolfgang Ihl

Saarbrücken/Dillingen.
Mit einem Ja-Aber-Geständnis hat an Freitag vor dem Schwurgericht der Strafprozess gegen einen 32 Jahre alten Obdachlosen begonnen. Der Mann soll am Abend des 28. Juli 2009 bei einem Trinkgelage am Ehrenmal im Dillinger Stadtwald Streit mit einem Bekannten (24) bekommen haben. Dabei habe er den jüngeren Mann mit insgesamt 46 Messerstichen und -schnitten verletzt. Der 24-Jährige verblutete.

Der Angeklagte hat gestanden, dass er dem Opfer Verletzungen beigebracht hat. Warum er dies getan hat, könne er aber nicht sagen: „ Ich finde selbst keine Erklärung für die Tat.“ Bei seiner Festnahme hatte er der Polizei erzählt: „Bei mir ist in den letzten zehn Jahren alles schief gelaufen. Das hat sich alles entladen.“ Jetzt, vor Gericht, meinte er dazu: So könne es gewesen sein. Aber er wisse es nicht.

Auf der Suche nach dem Tatmotiv mussten die Richter daraufhin tief einsteigen in die Vorgeschichte und das soziale Umfeld der Bluttat. Das Ganze spielt in einem Milieu, das geprägt ist durch Leute mit eingeschränkten oder fehlenden Lebensperspektiven, regelmäßiges Alkoholtrinken und Rumhängen. In dieser Umgebung scheint der Angeklagte regelrecht abgestürzt zu sein. Darauf deuten diverse Aussagen hin, unter anderem von seiner Ex-Freundin.

Die beiden haben einen Sohn im Kindergartenalter. Der Vater hat Mutter und Kind 2008 verlassen, worauf sich beide andere Partner suchten . Der neue Mann im Leben der Frau war der 24-Jährige. Er soll sich gut mit dem Kind verstanden haben. Über ihn sagte der Angeklagte: Er sei nicht sein Typ gewesen und habe etwas genervt. Aber einen Hass oder so habe er nicht gehabt. Auch am Tag der Tat war die Situation entspannt. Zunächst waren der Angeklagte, seine Ex-Freundin und deren neuer Freund mit anderen am Ehrenmal. Die Frau ging gegen 20 Uhr nach Hause. Zurück blieben vier mehr oder weniger angetrunkene Männer. Die folgenden Ereignisse beschrieb der Angeklagte so:

Er sei mit dem 24-Jährigen hoch zum Denkmal gegangen, um mit ihm zu reden. Er habe nämlich von Bekannten gehört, dass der Neue seinen Sohn schlage. Bei diesem Gespräch habe es Streit gegeben. Er habe den 24-Jährigen geschubst. Der sei auf den Bauch gefallen. Um sich zu schützen, so der Angeklagte, habe er sein Messer rausgeholt, das er immer dabei habe. Dann sei der andere aufgestanden, habe sich umgedreht. Dabei sei der Jüngere ihm ins Messer gerannt und habe sich am Hals verletzt. Was dann geschah, will der Angeklagte heute nicht mehr wissen. Bei der Polizei hatte er nach seiner Festnahme erzählt: Er sei in Panik geraten und habe immer wieder zugestochen. Danach habe er sich mit Bier und einem Lappen das Blut abgewischt, sei zurück zu seinen Kumpels und habe gesagt: Wir gehen. Das hätten sie auch gemacht. Der Prozess wird fortgesetzt.

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