L365 Weiskirchen Richtung Nonnweiler Sitzerath Gefahr durch defektes Fahrzeug L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (08:29)

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50 Jahre WWF - Kritik wächst

Gland/Frankfurt. Sympathisch, knuddelig und bedroht: Der schwarz-weiße Panda ist ein geniales Erkennungszeichen. Von Anfang an begleitet der kleine Bär die 50-jährige Geschichte der internationalen Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF). Die Organisation ist ein Global Player und gilt als politisch einflussreich. Nach eigenen Angaben zählt der WWF heute fünf Millionen Unterstützer rund um die Welt, in Deutschland sind es 430 000. Der WWF nimmt für sich in Anspruch, den Artenschutz und die Bewahrung der biologischen Vielfalt vorangebracht zu haben. „Ohne den WWF würde es sicher erheblich weniger Wälder weltweit geben“, sagt Eberhard Brandes, Geschäftsführer des WWF Deutschland. Ein Manifest, das ein gutes Dutzend Politiker, Wissenschaftler und Geschäftsleute im April 1961 in der Schweiz verabschiedete, stand am Anfang. Frevel an der Natur, „in einer Orgie gedankenloser und unnötiger Zerstörung“ – so sahen die Verfasser des Papiers die Lage der Erde. Im Namen des Fortschritts würden aus Ignoranz, Gier und Dummheit unschuldige Tiere getötet, aus ihren Lebensräumen vertrieben oder mit Chemikalien vergiftet. Das Dokument gilt als Gründungserklärung des WWF. Die Organisation wurde am 11. September 1961 als „World Wildlife Fund“ in der Schweiz eingetragen, später wurde der Name in „World Wide Fund for Nature“ geändert. Es war keine Bewegung von unten, sondern eher ein exklusiver Club mit Verbindungen in höchste Kreise der Gesellschaft – bis heute ein Kennzeichen der WWF-Familie.



Zwei europäische Prinzgemahle halfen entscheidend beim Aufbau, machten Umweltschutz salonfähig, brachten Glamour ein – und viel Geld. Prinz Bernhard der Niederlande sammelte als erster WWF-Präsident (von 1962 bis 1976) die ersten Millionen. Er rief einen „Club der 1001“ ins Leben, in dessen Fonds 1001 Personen je 10 000 US-Dollar einzahlten. „Das Besondere am WWF ist sicher, dass er mit seiner recht großen Werbemaschinerie enorme Geldmittel beschafft“, sagt Prof. Manfred Niekisch, in den 1980er Jahren selbst beim WWF Deutschland. „Der WWF hat dank seines Zugangs zu „Spitzen der Gesellschaft“ politisch großen Einfluss“, meint der Leiter des Frankfurter Zoos und Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen. In den ersten Jahren wurden die Spenden noch an andere Organisationen weitergegeben – etwa an Greenpeace. In den 1970er Jahren begann die Planung eigener Projekte und die politische und zunehmend professionelle Lobbyarbeit. Auf allen internationalen Umweltkonferenzen – von Walfangkommission bis Klimagipfel – sind WWF-Experten vertreten. In Deutschland, dessen WWF-Sektion 1963 gegründet wurde, gibt es im Jubiläumsjahr Misstöne. Nach der Ausstrahlung eines Films, der im WDR Ende Juni die Nähe der Organisation zur Industrie thematisierte und ihr vorwarf, mit Firmen zusammenzuarbeiten, die die Umwelt schädigen oder Gentechnik betreiben, hagelte es Kritik im Internet. In einem Online-Diskussionsforum gingen nach Angaben von WWFSprecherin Astrid Deilmann 3500 Kommentare ein.



An der Einladung an Kritiker, am 7. September in Berlin mit WWFExperten persönlich zu diskutieren, habe es aber keinerlei Interesse gegeben. Für den WWF hatte der Film, der nach den Worten von Deilmann sachliche Fehler enthielt, schmerzliche Folgen: Eine vierstellige Zahl von Mitgliedern habe die Organisation verlassen. Mit der Industrie pflegt die Umweltstiftung traditionell gute Verbindungen. „Die Industrie muss Teil der Lösung werden“, sagt Brandes. Das findet Wissenschaftler Niekisch nicht problematisch: Große Industrieunternehmen hätten besondere Möglichkeiten und auch eine besondere Verpflichtung, Umweltschäden zu vermeiden und nachhaltig zu wirtschaften. „Wenn der WWF durch eine ‚freundliche’ Linie hier etwas bewirken kann, ist das nur zu begrüßen.“ Von 1977 bis 1981 war Shell- Chef John Loudon WWF-Präsident – das habe Glaubwürdigkeit gekostet und intern zu Diskussionen geführt, schreibt Alexis Schwarzenbach in seiner „Biografie“ zum Jubiläum des WWF. Heute steht die frühere ecuadorianische Umweltministerin Yolanda Kakabadse an der Spitze des WWF. Aus Gland in der Schweiz werden internationale Aktivitäten gesteuert. Präsident von WWF-Deutschland ist seit 1994 Versandhausunternehmer Michael Otto.
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