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50.000 Euro für Renovierung der Alten Schmelz in St. Ingbert

Die private Deutsche Denkmalschutz-Stiftung (DSD) gibt weitere 50.000 Euro für die Sanierung der Arbeiterhäuser auf der Alten Schmelz. Seit 1994 hat die Stiftung bereits über 800.000 Euro überwiesen.


St. Ingbert. Einen Fördervertrag in Höhe von 50 000 Euro für die Bauten der Siedlung Alte Schmelz in St. Ingbert wird Ulrich Bollert, Ortskurator Saarland der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), am kommenden Montag um zehn Uhr an Albrecht Herold und Horst von Häfen von der Wohnungsbaugenossenschaft Albrecht Herold Alte Schmelz, überreichen. Damit soll die Fenster- und Dachsanierung der Häuser 1 bis 3 unterstützt werden. Die Ursprünge der "Alten Schmelz" gehen auf das um 1730 von Graf Caspar von der Leyen gegründete Eisenwerk zurück. Die auf Veranlassung der Gräfin Marianne von der Leyen zur Aufnahme vagabundierender und in den Wäldern lebender "Schmelzer" errichtete Siedlung zählt zu den wichtigsten sozialpolitischen Leistungen ihrer Zeit.

Die 30 Einzelbauten umfassende Siedlung mit dem 1807 entstandenen Herrenhaus, dem Arbeits- und Arbeiterwohnbereich ist authentisch erhalten und im südwestdeutschen Raum wohl die älteste Arbeitersiedlung. Vier bis sechs Wohneinheiten mit jeweils 40 Quadratmetern wurden in lang gestreckten Gebäuden untergebracht. Bis zum Ersten Weltkrieg brannten in St. Ingbert die Hochöfen und versorgten Tausende mit Arbeit. Danach begann die Umstrukturierung zu einem reinen Weiterverarbeitungsbetrieb, insbesondere für Draht- und Bandeisenprodukte. Die Rettung der lange vernachlässigten Arbeitersiedlung zählt zu den wichtigsten Zielen der saarländischen Denkmalpflege.

In der Siedlungsgemeinschaft gestaltet sich das Zusammenleben im beispielhaften Miteinander. Hin und wieder finden in diesem Ensemble kulturelle Veranstaltungen statt. Die Bewohner des Arbeiterquartiers engagieren sich mit großer Liebe zum Detail bei der Wiederherstellung und Gestaltung der Außenanlagen; so werden auch die Hofsituationen mit Gartenmauern und als Abstellräume genutzten Latrinenhäuschen wiederhergestellt. red

Hintergrund

Die DSD fördert die Sanierung der als Denkmal von nationaler Bedeutung eingestuften Siedlung Alte Schmelz seit 1994 mit insgesamt über 800 000 Euro. Die Siedlung zählt somit zu den über 26 Denkmalen, die die private Stiftung in Bonn allein im Saarland dank privater Spenden und staatlichen Lotterie-Mitteln fördern konnte. Zu den Förderprojekten im Saarpfalz-Kreis gehören unter anderem die Schlosskirche in Blieskastel, die Protestantische Kirche in Bexbach und die ehemalige Zisterzienserabtei in Homburg-Wörschweiler. red
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