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5444 Saarbrücker Rentner unter Existenzminimum

Die Zahl der armen Rentner im Regionalverband Saarbrücken wächst dramatisch – schneller als im restlichen Saarland und schneller als im Bundesdurchschnitt. Das beklagte gestern der erste Beigeordnete des Regionalverbandes (RGV), Manfred Hayo. Ende August, so berichtete die RGV-Pressestelle, erhielten insgesamt 5444 Rentner im RGV Grundsicherungsgeld, 3444 Altersrentner und etwa 2000 Erwerbsunfähige.

Laut Hayo ist die Zahl der Rentner, die im RGV Grundsicherung brauchen seit 2005 um 75 Prozent gestiegen – allein 2011 und 2012 um jeweils neun Prozent.

Landesweit sind 7242 Personen über 65 Jahren auf Grundsicherung angewiesen. Das entspricht 3,3 Prozent aller saarländischen Altersrentner – und dieser Anteil liegt in etwa auch im Bundesdurchschnitt.
Aber im RGV sieht es wesentlich schlechter aus – denn die 3444 Altersrentner, die dort Grundsicherung brauchen, entsprechen etwa 4,8 Prozent der Altersrentner im RGV.

Also ist der Anteil der armen Altersrentner im RGV rund 50 Prozent höher als im Land und im Bundesdurchschnitt. Und die Altersarmut im RGV wird rasant weiterwachsen. Denn rund 34.000 Arbeitnehmer aus dem RGV verdienen derzeit brutto weniger als 8,50 Euro pro Stunde – also netto unter 6,50 Euro (die SZ berichtete). Entsprechend niedrig wird später ihre Rente sein.

Außerdem lebt bereits jetzt rund die Hälfte der saarländischen Hartz-IV-Empfänger im RGV: etwa 28.000 Erwachsene und 10.000 Minderjährige. 70 Prozent der Hartz-IV-Empfänger des RGV sind Saarbrücker. Und 7400 Bewohner des RGV haben einen Voll- oder Teilzeitjob, bei dem sie so wenig verdienen, dass sie nicht ohne Hartz IV auskommen. Auch sie werden nur ganz kleine Renten bekommen und sind damit Anwärter auf die Grundsicherung.
Nächstes Problem: Wenn ein Rentner zum Pflegefall wird, reicht die Grundsicherung nicht mehr. Schon heute bekommen weitere rund 1400 Rentner im RGV „Hilfe zur Pflege“, also Zuschüsse für Pflegeheim oder mobile Altenpflege. Diese Zahl wuchs 2011 um 15 Prozent. 2012 gab der RGV allein für die „Hilfe zur Pflege“ etwa 12 Millionen aus.
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