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55-jährige Elefantenkuh Judy starb nach Kreislaufversagen

Neunkirchen. Im Alter von 55 Jahren ist die Elefantendame Judy gestern Morgen gegen 9.45 Uhr im Neunkircher Zoo nach einem Kreislaufversagen gestorben. „Die Tierpfleger haben sie heute morgen auf der Seite liegend in ihrer Box gefunden“, sagte Zoodirekter Norbert Fritsch. Gegen halb neun alarmierten die Pfleger die Feuerwehr, die mit vier Fahrzeugen und zwölf Mann ausrückte. Die Feuerwehrleute versuchten, das Tier mit Luft-Hebekissen zu stützen und mit speziellen Motorwinden und Gurten wieder aufzurichten. „Wir waren gut vorbereitet, aber der altersbedingte Tod war schließlich nicht zu verhindern“, sagt Fritsch. Tierärztin Carina Johann musste das Tier daraufhin einschläfern. „Uns fällt das allen sehr schwer. Judy war eine der sechs ältesten Elefanten Europas, quasi wie eine 100-Jährige. Wir können von Glück sagen, dass sie so topfit war“, sagt Johann, umringt von betroffenen Pflegern.

Am Nachmittag rückte das Technische Hilfswerk (THW) an, um die Elefantin zu bergen. Das rund vier Tonnen schwere Tier wurde mit einem Gurt umspannt, mit einer blauen Plane abgedeckt und mit Seilwinden eines THW-Wagens in einen Container direkt vor dem Elefantenhaus gezogen. Die Elefantin soll an diesem Samstagvormittag in einem Lkw an die tierärztliche Universität Gießen zur Obduktion gebracht werden. Diese Entscheidung, so Fritsch, habe er in Abstimmung mit dem britischen Zoo Chester, dem eigentlichen Eigentümer von Judy, getroffen.  Judy war eine Leihgabe des Zoos im Rahmen des europäischen Zuchtprogramms EPP. Im Neunkircher Zoo wurde eine Kuhgruppe älterer, nicht mehr zuchtfähiger Tiere gehalten.



„Es war klar, dass das irgendwann passiert“, sagt Fritsch. Judy sei die „grande dame“ des Zoos gewesen – nie aggressiv gegenüber Menschen, aber ordentlich durchsetzungsfähig gegenüber ihren Artgenossen. „Sie hat mich durch ihre souveräne, dominante Persönlichkeit sehr beeindruckt“, sagt Fritsch. Früher sei Judy dominanter gewesen. „Sie hat sich gerne viel bewegt und in die Sonne gestellt“, sagt Fritsch.

Schwierig könnte der Verlust von Judy für die elf Jahre jüngere Kirsty sein, die sich während der Bergung in ihrer Box befand – die beiden haben über 20 Jahre zusammengelebt. „Sie kriegt das schon mit, beobachtet uns ganz genau“, meint Fritsch. Kirsty sei wie ein verspieltes Kind gewesen, habe sich immer an Judy angehängt.

Allerdings könnte dadurch auch Bewegung in das Verhältnis zwischen Kirsty und den beiden Elefantendamen Rani und Buria kommen, die 2009 aus dem spanischen Benidorm kamen. „Wir haben sie eher auseinandergehalten, Kirsty war ein wenig aggressiv, hat sie als Eindringlinge empfunden“, sagt Fritsch. Elefanten seien Herdentiere, daher erwarte er, dass Kirsty nun den Kontakt zu den beiden anderen suchen werde. „Ich kann in die dicken Köpfe nicht hineinschauen, mir aber vorstellen, dass sie jetzt sehr einsam ist.“

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