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60 Schwarzarbeiter bei einem Döner-Chef in Saarlouis

Ein Kebab-Hersteller aus dem Kreis Saarlouis hat angeblich seine Mitarbeiter schwarz bezahlt. Über seine Schwarzgeldkasse wurde aber penibel Buch geführt. Die Fahnder des Hauptzollamtes gehen von Millionen-Betrug aus.

Von SZ-Redakteur Michael Jungmann

Saarlouis/Saarbrücken. Für die offiziellen Bücher wurden die meist türkischen Mitarbeiter eines Kebab-Produktionsbetriebes im Kreis Saarlouis von ihrem Chef, einem 36-jährigen Geschäftsführer aus Saarbrücken, mit einem kargen Lohn zwischen 300 und 600 Euro abgespeist. Tatsächlich sollen den insgesamt mehr als 60 Produktionshelfern in den Jahren 2007 und 2008 aber Beträge bis zu 1500 Euro monatlich bar ausgezahlt worden sein.

Wohl keine Steuern und Sozialabgaben gezahlt

Sozialversicherungen und Finanzamt gingen dabei aber wohl leer aus. Die Fahnder des Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) beim Hauptzollamt Saarbrücken sind mit diesem spektakulären Fall, der für sie kurz vor dem Abschluss steht, Sozialabgabenbetrug im großen Stil auf die Spur gekommen. Frank Klein, Pressesprecher der FKS, bestätigte jetzt entsprechende Informationen unserer Zeitung. Demnach soll der frühere Geschäftsführer des fleischverarbeitenden Betriebes Sozialabgaben und Steuern in Höhe von mehr als 1,1 Millionen Euro hinterzogen haben. Nach derzeitigem Stand wurde die Schwarzarbeit auch aus einer schwarzen Kasse des Betriebes finanziert. Denn: Neben der offiziellen Buchhaltung existierte wohl auch eine Schwarzgeld-Kasse, über die in einer „doppelten Buchführung“ Einnahmen und Ausgaben penibel notiert wurden.

LKA entdeckte "schwarze Kassenbücher" bei Durchsuchung

Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) Saar entdeckten diese „schwarzen Kassenbücher“ eher durch Zufall bei einer Durchsuchung in einem anderen Ermittlungsverfahren bei einem Verwandten des Ex-Firmenchefs. Die Polizisten schickten die Dokumente an die FKS-Fahnder, die sich dann in einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe mit LKA und Steuerfahndung der Sache annahmen. Gespeist wurde die Schwarzgeld-Kasse angeblich durch Barverkäufe von Kebab-Spießen an Abnehmer im Saarland, Luxemburg und Lothringen. Einige der betroffenen Mitarbeiter des Unternehmens sollen, so war zu erfahren, in ihren Vernehmungen das seltsame Firmenmodell mit Schwarzarbeit, die aus schwarzen Kassen finanziert wurde, bestätigt haben.


2009 über 700 Bußgeld-Verfahren

Die 56 Schwarzarbeits-Fahnder beim Saarbrücker Hauptzollamt haben jetzt auch ihre Bilanz für das Jahr 2009 präsentiert: Im Saarland wurden demnach 4850 Beschäftigte und 750 Arbeitgeber überprüft. Über 700 Bußgeldverfahren wurden eingeleitet, Geldstrafen und Bußgelder in Höhe von etwa 1,8 Millionen Euro verhängt. Den ermittelten Gesamtschaden beziffern FKS-Chef Wolfgang Klein und sein Sprecher Frank Klein für das Saarland auf etwa sechs Millionen Euro.


Schwerpunkt der Kontrollen bei Baugewerbe


Schwerpunkte ihrer Schwarzarbeit-Kontrollen setzen die Zoll-Ermittler auf das Baugewerbe, aber auch auf gastronomie, Industrie- und Gebäudereinigungsbetriebe sowie auf private Wach- und Sicherheitsgewerbe. Speziell bei den so genannten „schwarzen Sheriffs“ floriert offenbar auch die Schwarzarbeit. So haben die FKS-Fahnder unter anderem auch einen Saarbrücker Unternehmer aus der Sicherheitsbranche im Visier, der Wachpersonal illegal beschäftigt haben soll. So stießen sie auch auf einen angeblich vorbestraften Wachmann, in dessen Wohnung sie bei einer Wohnung auch rechtsradikale Musikvideos beschlagnahmten. Diese Beweisstücke wurden an das LKA übergeben.

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