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7000 Kilometer Abenteuer: Saarbrücker reisen für Filmprojekt durch 16 Länder

Die Klamotten fehlten noch. Die Stative für die teure Foto- und Filmausrüstung waren schon im Dach verstaut, die Kameras und unzählige Objektive fanden ihr Plätzchen nach einem letzten Check in den Schränken des 30 Jahre alten VW LT 45. Eine Woche vor Beginn der Dokumentar-Reise ins 7000 Kilometer entfernte Indien sah der 102 PS starke Kleinbus auf dem Parkplatz in der Hellwigstraße in Saarbrücken trotzdem noch relativ leer aus. Dabei war bis auf die Kleider schon alles untergebracht.

„So viel brauchen wir ja nicht“, sagt Ruben Silver Krebs, 27-jähriger Dokumentarfilmer, der mit seinem Kumpel Lukas Ratius, 25, Student und Fotograf, vier Monate lang in dem Bus wohnen und arbeiten wird. „Unterwegs“ heißt ihr Projekt, für das sie auf dem Weg nach Indien den Alltag von Menschen verschiedenster Kulturen porträtieren wollen.

Menschen, die sie spontan treffen oder mit denen sie sich bereits verabredet haben. Jetzt, eine gute Woche später, sind die beiden auf Tour und machen noch einen Abstecher nach Belgien. Außerplanmäßig. Denn eigentlich sollte es schon viel früher losgehen. Und auch nicht nach Belgien, sondern nach Frankfurt. An Geldknappheit lag es nicht, die beiden haben mehr als 6000 Euro von knapp hundert Spendern über das Internet gesammelt. „Wir waren überwältigt und sehr dankbar“, sagt Ratius.

Die verspätete Abreise aber lag an fehlenden Einreisedokumenten für den Iran. Erst nachdem sie diese im Konsulat in Frankfurt abgeholt haben, geht es so richtig los – hoffentlich in den nächsten Tagen. Bis dahin nutzen sie die Zeit, um am Konzept für den Film zu feilen, nachdem sie sich in den vergangenen Wochen vor allem um die logistische Seite ihrer Reise gekümmert haben. Das Film- und Fotomaterial werden sie nach der Reise zusammen mit dem saarländischen Gollenstein- Verlag auswerten. „Vielleicht machen wir ja ein Buch draus“, sagt Krebs. Auch bei Filmfestivals wollen sie sich bewerben. 16 Länder werden die Saarbrücker bis zu ihrem Ziel passieren.

Frieren werden sie laut Krebs auch in kälteren Ländern wie Georgien nicht. „Wir haben eine Gasheizung und der Bus ist auch ziemlich gut isoliert.“ Was ihnen auch in der Hitze etwa in Indien zugute kommen wird. Doch nicht immer führt ihr Weg durch sichere Gebiete. Und nicht überall gibt es bewachte Parkplätze. „Wir haben aber versucht, uns so gut wie möglich abzusichern“, erklärt Ratius.

„Allein wegen des teuren Equipments. Wenn das weg käme, wäre es eine Katastrophe.“ So haben sie eine Gas-Alarmanlage in den VW-Bus eingebaut und Pfefferspray dabei. Nicht verzichten wollen die beiden auf Bücher. Als Luxus bezeichnen sie nach einschlägigen Reiseerfahrungen den 80- Liter-Tank mit fließend heißem Wasser. Und die Tatsache, den Kopf in den vier Monaten frei zu kriegen – „ganz ohne internetfähiges Handy“, sagt Ratius.

Kontakt nach Zuhause halten sie natürlich trotzdem, über ihren Blog, Facebook und Telefon. „Kommt gesund wieder“, hätten ihnen viele mit auf den Weg gegeben. „Und ich musste meiner Mutter versprechen, dass wir nicht durch Pakistan fahren. Aber eigentlich wollen wir es schon beide gerne sehen“, so Ratius. Zu viele Gedanken über mögliche Gefahren wollen sich Krebs und Ratius nicht machen. Denn: „Jetzt überwiegt die Vorfreude und Aufregung auf all das, was da so kommt.“

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