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7000 Metaller gehen für mehr Lohn auf die Straße



Saarlouis.
Mit einer Demonstration mit 4500 Anhängern hat die IG Metall gestern auf dem Parkplatz der Ford-Werke in Saarlouis die angekündigte Warnstreikwelle für das Saarland eröffnet. Dabei forderten die Redner die Arbeitgeber auf, ein „brauchbares Angebot“ vorzulegen. Sollten die Arbeitgeber die bisher gebotenen 2,1 Prozent nicht aufstocken, sei eine Urabstimmung in der kommenden Woche nicht zu vermeiden. Die Rolle des Einheizers hatte am Saarlouiser Röderberg der Zweite Bevollmächtige der Verwaltungsstelle Völklingen, Guido Lesch, übernommen. Er stellte in Anspielung auf die Finanzkrise die Forderung auf: „Wir wollen keine 500 Milliarden, nur acht Prozent.“

:: Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie


Auch der Völklinger Bevollmächtige Robert Hiry bemängelte die Milliardensumme des Rettungspakets: Das Geld müsse „gerechter verteilt werden – zum Nutzen der Arbeitnehmer“. Zugleich wies Hiry Forderungen zurück, wonach die IG Metall wegen einer heraufziehenden Flaute in der Tarifrunde kürzer treten müsse. Es sei immer der falsche Zeitpunkt, um bessere Löhne zu fordern. Beim beginnenden Aufschwung verlangten die Arbeitgeber Lohnzurückhaltung, um die Konjunktur nicht zu gefährden. Bei zurückgehendem Wachstum heiße es, man solle kürzer treten, um die Krise nicht zu verschärfen. Sinn und Zweck dieser Parolen sei aber nur: „Ihr sollt verzichten, damit die Arbeitgeber und Anteilseigner besser verdienen können.“ Doch für Zurückhaltung sei kein Anlass, weil der Aufschwung „nicht in den Taschen der Arbeitnehmer angekommen“ sei. Das momentane Angebot von 2,1 Prozent „haben wir nicht verdient, wir sind kampfbereit“, rief Hiry: „Wenn sie uns dazu zwingen, brennt der Weihnachtsbaum schon im November.“ Bundesweit waren gestern nach Angaben der IG Metall rund 50000 Beschäftigte aus 200 Betrieben im Warnstreik. Der Schwerpunkt der Aktionen, die heute fortgesetzt werden, lag in Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und dem Saarland.

Bis zum Mittag hatten sich etwa 17000 Menschen meist an großen Protestkundgebungen wie in Kassel oder beim Daimler-Benz-Werk Wörth in Rheinland-Pfalz beteiligt. Im Saarland standen heute neben Ford die Unternehmen Bosch, Alstom und Schaeffler auf der Streikliste der IG Metall. Die Zahl der Teilnehmern schätzt die Gewerkschaft auf insgesamt 7000. In Zweibrücken traten nach Gewerkschaftsangaben rund 2250 Arbeitnehmer von Terex-Demag, John Deere und Pallmann in den befristeten Ausstand. In den Unternehmen gab es allerdings kaum Störungen. „Wir waren auf die Streiks eingerichtet“, sagt Rene Ziegler, Sprecher von Bosch in Homburg.

Auch Christian Schorr-Golsong von Terex Demag spricht von geringen Auswirkungen: „Bei uns ging die Produktion weitgehend normal weiter.“ Heute sollen mehrere Werke in Homburg, St. Ingbert und Sulzbach, sowie Eberspächer in Neunkirchen und St. Gobain in Saarbrücken in Warnstreiks treten, teilte die IG Metall in Frankfurt mit.
Gerhard Franz 
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