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750 Saarbrücker feiern im E-Werk gemeinsam Heiligabend

Bei 14 Grad und Sonnenschein war das Kinderprogramm der Heiligabendaktion ein wenig anders als sonst, denn die Kinder spielten draußen Fußball. Die Leseecke blieb erst mal leer.

Im E-Werk war es dennoch weihnachtlich, auf den gedeckten Tischen brannten Kerzen, der Saal war feierlich dekoriert, auf der Bühne spielte der Posaunenchor Saarbrücken seine Weihnachtslieder. So besinnlich geht es bei den meisten der 750 anwesenden obdachlosen, armen oder einsamen Menschen eben nicht zu, und deswegen kommen sie gerne an Heiligabend zum E-Werk, die meisten sind Stammgäste. Wie Manuela Metzinger, die mit Hündchen Tammy seit Jahren in Burbach Weihnachten feiert und nicht zuhause. Dort fühlt sie sich einsam, hier sind sogar Bekannte gekommen, das Patenkind ist dabei. Manuela lacht und ist bester Laune. Unweit von ihr sitzt Henrike Werth, eine Rentnerin aus Malstatt: „Ich entfliehe hier der Einsamkeit. Wäre ich nicht hier, würde ich den Fernseher anmachen“, sagt sie. Die Heilig abend aktion rette ihr den Tag. So einfach sei das.

Auch die meisten der rund 100 Helferinnen und Helfer sind seit Jahren dabei. Andreas Kuntz gehört dazu, er gibt die Weihnachtstüten aus, gefüllt mit Wurst, Brot, Waffeln und Saft. Jeder Gast bekommt eine. Kurz vor Veranstaltungsende liefert ein Supermarkt die nicht verkaufte Weihnachtsschokolade, die wird dann noch schnell dazugepackt. Kuntz' Mutter Susanne Gauder hilft mit, wechselt später zum Toilettendienst: „Das muss ja auch jemand machen“, sagt sie und meldet sich bewusst für die eher unpopulären Aufgaben. „Hinter den Kulissen muss es ja auch laufen“, sagt sie. Als Kinderkrankenschwester sei sie da sehr belastbar. Spaß mache es trotzdem, an der Heiligabendaktion mitzuwirken, so gebe Weihnachten einen Sinn.

Ähnlich sieht das auch Katja Kurtz, die Kaffee und Tee ausgibt: „Seit sechs Jahren gehört das für mich zu Weihnachten dazu. Ich reise extra erst am Ersten Weihnachtsfeiertag zur Schwester nach Hamburg.“ Gleich zu dritt kommen Anja, Jochen und Moritz Lauff. Für die Familie aus Berus ist die Heiligabendaktion „das wahre Weihnachten“. Papa Jochen sieht sich geerdet: „Wir sehen hier, dass unser Lebensstandard eben nicht selbstverständlich ist. Das ist eine positive Erfahrung“, sagt er. Sarah Rauguth kümmert sich um das Kinderprogramm. Bis zu 100 Kinder machen mit, basteln, malen, bauen oder spielen draußen Fußball. Wichtig ist, dass jeder was mitnehmen kann. Egal ob er Kuchen schneidet, Plätzchen isst, die Waschbecken reinigt oder Tüten packt. Unglückliche Gesichter sucht man vergebens. Sechs Stunden lang ist einfach nur Weihnachten. Nur der Winter fehlte, doch dafür gab es Eis zum Nachtisch – 750 Portionen.
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