L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Priorität: Dringend

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„800 Lkw am Tag sind unerträglich“

Ein weiteres Mal waren die Brummis in der Lebacher Straße Thema bei einer Veranstaltung des Vereins Mags ( Malstatt gemeinsam stark) am Dienstag im Saal der Italienischen Mission auf dem Gelände der Pfarrei St. Paulus. Dieses Mal hatte der Verein Experten und Kommunalpolitiker zur Podiumsdiskussion geladen. Nachdem der Mags-Vorsitzende Siegfried Gress kurz in das Thema eingeführt hatte, und mit dem Fazit “800 Lkw am Tag sind unerträglich“ endete, kamen aber zunächst die Betroffen zu Wort. Unter ihnen Joachim Junker: „Seit dem Bau der Saarbahn hat sich die Lage sehr verschärft, jetzt ist die Politik gefragt, uns zu helfen.“

Christoph Kreis, Abteilungsleiter der Verkehrsplanung im Amt von Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer, bestätigte zunächst die Zahlen der ehrenamtlichen Verkehrszählung der Malstatter.Wilfried Pukallus vom Automobilclub ADAC berichtete aus der Praxis: „Die Navigationsgeräte zeigen die Strecke heute als frei und weil sie den günstigsten Fahrweg berechnen, führt ihre Route durch die Lebacher Straße.“ Nun seien es über die ab dem Autobahnkreuz Saarbrücken ausgezeichnete Strecke nur wenige Kilometer mehr, warfen einige der knapp 60 Zuhörer ein. „Im knallharten Wettbewerb der Speditionen kommt es aber auf jeden Kilometer an, und deshalb nehmen die Unternehmer das nicht an, so lange sie legal über die Lebacher Straße fahren können“, hielt Pukallus dagegen.

Die Lösungsansätze waren vielfältig. Auf die Anbieter von Navigationsgeräten Einfluss zu nehmen, nannten fast alle Beteiligten. Bringt aber wohl nichts, wenn man dem ADAC-Experten glaubt. „Man sollte die Autobahn ab dem Autobahnkreuz in eine Landstraße runterstufen - mehr ist sie sowieso nicht“, schlug Pfarrer Reinhard Loos vor. „Dem Bund käme das wohl sehr gelegen, der ist froh, für jeden Kilometer Straße, um den er sich nicht mehr kümmern muss“, entgegnete Thomas Lutze, Mitglied der Linken-Bundestagsfraktion, räumte der Realisierung aber keine Chancen ein. Er selbst fordert ein generelles Umdenken. Anfang der 90er sei das Ziel gewesen, möglichst viele Transporte von der Schiene auf die Straße zu holen. „Außerdem sollten wir mal nachdenken, ob wir zwölf Monate im Jahr Erdbeeren kaufen wollen“, kritisierte er. Die Erdbeere als Stellvertreter für viele Produkte, die mit Lkw kreuz und quer durch Europa gekarrt werden müssen: „All diese Dinge waren einmal auf einem Lkw und haben Krach und Lärm gemacht.“ Hermann Hoffman, verkehrspolitischer Sprecher der CDU im Saarbrücker Stadtrat, meint: „Die Camphauser Straße kann die zusätzlichen Lkw aufnehmen, also könnte ein Durchfahrt-Verbot für die Lebacher Straße eine Lösung sein.“ Stadtratskollege Herbert Meyer, SPD , sprach denen ihre Hochachtung aus, die angeführt vom Mags-Vizevorsitzenden Guido Vogel-Latz unermüdlich für die Sache kämpfen, sieht die Zukunft aber düster: „Ich erkenne auf absehbare Zeit keine Lösung.“ ADFC-Vertreter Dieter Grünewald bezeichnete die Lage für die Radfahrer als „katastrophal“, das Radeln auf der Lebacher Straße sei eine „höchstgefährliche Angelegenheit.“ Erstrangig, so fasste Moderator Georg Gitzinger schließlich zusammen, verfolgen die Malstatter zwei Ziele: zunächst ein Nachtfahrverbot für die Brummis in der Lebacher Straße. Außerdem sehen sie Stadt und Land nun in der Pflicht, am runden Tisch eine Lösung für die Anwohner der Lebacher Straße zu finden.
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