L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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94.000 Saarländer sitzen in der Schuldenfalle

Mehr als jeder zehnte Saarländer ist überschuldet.

Mehr als jeder zehnte Saarländer ist überschuldet.

Saarbrücken/Düsseldorf. Fast jeder zehnte erwachsene Bundesbürger ist überschuldet. Saarländer sind überdurchschnittlich betroffen. Immer häufiger geraten dabei junge Menschen und Frauen in die Schuldenfalle. Das geht aus dem gestern vorgestellten „Schuldneratlas Deutschland 2010“ der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor.

Demnach können 94 000 Saarländer ihre Zahlungsverpflichtungen in absehbarer Zeit nicht erfüllen. Ihre Zahl ist in den vergangenen zwölf Monaten um rund 4000 gestiegen. Für das Saarland ergibt sich daraus eine Schuldnerquote von rund elf Prozent nach 10,5 Prozent im Vorjahr, berichtete die Saarbrücker Geschäftsstelle von Creditreform. Für ganz Deutschland lag die Quote bei 9,5 Prozent (2009: 9,1 Prozent). Bundesweit kletterte die Zahl der Betroffenen um rund 300 000 auf 6,5 Millionen, sagte Creditreform-Vorstand Helmut Rödl. Eine nachhaltige Besserung ist nach seinen Worten trotz Konjunkturerholung nicht in Sicht. Im Gegenteil: Nach Einschätzung der Experten könnte die Zahl der überschuldeten Haushalte im kommenden Jahr sogar auf 6,7 Millionen wachsen.



Hauptauslöser für Überschuldung ist der Untersuchung zufolge nach wie vor der Verlust des Arbeitsplatzes. Doch auch die gestiegenen finanziellen Belastungen der Verbraucher – etwa für Gesundheit und Altersvorsorge sowie für Mieten und Nebenkosten – ließen weniger Spielraum, um entstehende Kreditverpflichtungen zu erfüllen. „Überschuldung wird auch in naher Zukunft in Deutschland ein Massenphänomen bleiben“, sagte Rödl. Die Höhe der aufgehäuften Schulden bezifferten die Experten – je nach Berechnungsart – auf einen Betrag zwischen 184 und 239 Milliarden Euro. Trotz des historischen Einbruchs der Wirtschaft sei die Zahl der überschuldeten Haushalte aber nicht so stark gestiegen wie befürchtet. So habe das Kurzarbeitergeld dazu beigetragen, Einkommen zu sichern und Überschuldung zu verhindern.

Es gibt deutliche regionale Unterschiede beim Thema Schuldenmachen. Am niedrigsten ist die Verschuldung der Studie zufolge in Bayern und Baden-Württemberg, am höchsten in Bremen und Berlin. Das Saarland schneidet vergleichsweise schlecht ab und kommt auf den 13. Rang.

Doch auch innerhalb des Saarlandes stellt die Untersuchung erhebliche Unterschiede fest. So ist in Saarbrücken-Burbach und -Malstatt fast jeder Dritte überschuldet. Die Schuldnerquote beträgt dort 29,25 Prozent. Das ist der höchste Wert im Saarland. Am wenigsten von Überschuldung betroffen sind die Menschen im Mandelbachtal mit einer Quote von 5,47 Prozent. Bezogen auf die Landkreise schneidet der Regionalverband Saarbrücken mit 11,95 Prozent Schuldnerquote am schlechtesten ab, den besten Wert hat der Kreis St. Wendel mit 8,18 Prozent.

Lange Zeit war Überschuldung „Männersache“. Doch in den letzten Jahren trifft dieses Schicksal auch immer häufiger Frauen. Seit 2004 erhöhte sich ihr Anteil an der Gesamtzahl aller Schuldner von 32 auf 39 Prozent. Besorgniserregend ist nach Einschätzung von Creditreform aber auch die deutlich wachsende Verschuldung unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Allein im letzten Jahr habe die Zahl der Betroffenen unter 20 Jahren um 38 Prozent zugenommen. Es sei dringend nötig, den Jugendlichen schon in der Schule den richtigen Umgang mit Geld beizubringen, sagte Rödl.
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